Das Familienbuch wird abgeschafft

18.08.2011 - ARENA / Madrid für Deutsche 

Seit 1957 gab es auch in Spanien das libro de famlia, also ein Familienbuch. Dort wurden Heiraten, Geburten, Taufen und sonstige wesentliche Ereignisse im Menschenleben eingetragen und von den spanischen Behörden bei allen möglichen Anträgen verlangt. Wer kein Familienbuch vorweisen konnte, dem blieben viele Türen verschlossen. Aber diese Zeiten sind in Kürze vorbei. In Zukunft soll es für ganz Spanien einheitliche elektronische Registerauszüge geben, die sich die Betroffenen entweder durch persönlichen Antrag oder auch über das Internet besorgen können. Justizminister Francisco Caamaño, teilte dies in der Pressekonferenz nach der ersten Ministerratssitzung am vergangenen Freitag mit. Schon bis Jahresmitte sollen sämtliche Daten aus den Standesämtern des Landes bis zurück in das Jahr 1950 digitalisiert sein. In dem neuen Register erhält jeder Bürger ein persönliches digitales Blatt, das sämtliche Daten seines zivilen Lebens umfasst. Dieses persönliche Blatt kann telematisch eingesehen werden, auch von Behörden, die es zur Bearbeitung von Anträgen aller Art brauchen.

Bei der Geburt erhält jeder Mensch einen „Códico Personal de Ciudadanía“ (CPC), also einen Persönlichen Bürgerschaftscode, der ihn sein Leben lang begleitet. Anstatt wie bisher in allen 8.000 Ortschaften und Städten ein Standesamtsregister zu führen, werden es in Zukunft nur noch 108 sein.

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