NEWS: Deutschland muss zahlen

13.06.2011 - Stefanie Claudia Müller 

Der spanische Produzent und Exporteur von Öko-Gemüse und Obst, Frunet Bio, gehörte bisher zu einem der besten Lieferanten deutscher Supermärkte. Das hat sich in den vergangenen Tagen drastisch geändert. Am 12. Mai waren die Bio-Gurken des als Kooperative funktionierenden Exporteurs in offenen Kisten verpackt mit dem Lastwagen über die Autobahn nach Deutschland geschickt worden. Am 16. Mai habe man gemäß Frunet vom Käufer eine Nachricht erhalten, dass die Palette mit den Gurken beim Verladen in Hamburg umgestürzt sei und man noch “retten wolle, was zu retten sei.” Dadurch ist nach Ansicht der Spanier die Sicherheitskette beim Transport durchbrochen worden.

Wegen des Vorfalls wurden Einfuhren von spanischen Gurken und Tomaten, die ebenfalls betroffen sind, von Malaga und Almeria nach Deuschland ersteinmal gestoppt. Inzwischen haben die deutschen Behörden alle Warnungen zurückgenommen und ihre Schuld, voreilig gehandelt zu haben, eingestanden, aber der Schaden für Frunet bis dato wird von den spanischen Medien auf 100 000 Euro täglich geschätzt. Der Schaden des Transportsektors wird auf 15 Millionen Euro geschätzt. Spaniens Außenministerin hat jetzt offiziell angekündigt, die deutsche Regierung verantwortlich für den entstandenen Schaden zu machen.

Spanien hat im vergangenen Jahr ungefähr 10 Mio. Tonnen landwirtschaftlicher Produkte ins Ausland transportiert, einen großen Teil davon nach Deutschland. In Bezug auf den Biosektor, ist es übrigens nicht Gemüse, was hauptsächlich exportiert wird, sondern ökologisch angebautes Getreide (32 Prozent) und Olivenöl (22 Prozent). „Die Schiene oder der Meeresweg sind derzeit noch zu teuer und auch nicht unbedingt geeignet für diese Produkte, deren Vertrieb einem großen bürokratischen Prozess unterworfen ist“, sagt der Spanier Miguel Varo, der Unternehmen aus diesem Bereich berät.

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