NUTZWERT: Hinterlassenschaften alter Zeiten: die traditionellen Kaffeehäuser Madrids

03.06.2013 - Meike von Lojewski / Madrid für Deutsche 

Die Bedeutung von Cafés in den 50er und 60er Jahren ist heutzutage kaum mehr nachzuvollziehen. Viele sind langsam, aber unerbittlich verschiedenen Cafeterieketten gewichen, wobei die meisten von ihnen gerade in Madrid richtiggehende Institutionen waren. Sie waren mehr als nur Orte, an denen man einen Kaffee trinken konnte. Cafés waren Begegnungsstätten, in denen man sich traff, um sich auszutauschen, zu essen und manchmal sogar bis in die Abendstunden zu verweilen.

Die damaligen Zeiten waren anders, das Leben war weniger hektisch. In den Cafés vertrieben sich die Intellektuellen die Stunden. Alt und Jung genossen ihren Espresso, ihre Sandwiches oder ein gemischtes Menü. Zum Glück gibt es aber auch heute noch ein paar dieser traditionellen Institutionen, die ihre Besucher in die “gute alte Zeit” zurückversetzen.

Das “Café Comercial” ist ein richtig klassisches Kaffeehaus, das seit 1887 existiert. Eingerichtet, wie eben ein richtiges Café eingerichtet sein muss: kleine Tische, wenige Stühle, grosse Fenster, hohe Decken, Spiegel und eine sehr entspannte Atmosphäre. Der ideale Ort, um bei einem guten Kaffee in Ruhe die Zeitung zu lesen. (Glorieta de Bilbao 7)

Bei der Auflistung der alten Cafés Madrids darf auf keinen Fall das “Café de Oriente” fehlen. Dieses Kaffeehaus liegt wunderschön an der “Plaza de Oriente” und hat daher sicher eine der schönsten Terrassen der Stadt. Aber auch im Inneren erwartet einen eine mondäne Einrichtung sowie ein schönes Gewölbe aus dem 17. Jahrhundert im Untergeschoss. Die Karte des “Café de Oriente” bietet eine selten geglückte Kombination aus klassischen und modernen Gerichten, die im Grossen und Ganzen sehr lecker sind. (Plaza de Oriente 2)

Auch das “Café de Espejo” lässt seine Besucher die alte Stimmung erahnen. Charmanter als hier lässt sich in Madrid kaum ein Kaffee trinken. Draussen auf dem Fußgängerboulevard “Paseo de Recoletos” ist zwar erst 1978 ein zusätzliches Café in einem Glashaus eröffnet worden, aber auch dort dominiert der Charme des Jugendstils. (Paseo de Recoletos 31)

Das feine Café “San Ginés” existiert in der madrider Altstadt schon seit Jahrzehnten. Es gibt kaum einen einheimischen Nachtschwärmer, der hier nicht schon eine durchgemachte Nacht beendet hätte. Und alle wollen nur eins: frisch frittierte “churros” (Schmalzgebäckteile), die in eine große Tasse heißer Schokolade getunkt werden. Solche "churrerías" genannten Lokale gibt es viele in Madrid, aber keines ist so schön und berühmt wie das “San Ginés”. (Pesadizo de San Ginés 3-5)

Das wohl bekannteste Intellektuellen- und Schriftstellercafé der Stadt ist das “Gran Café de Gijón”. Hier trafen sich schon viele von Rang und Namen und solche, die diese gern gehabt hätten. Das alte Flair kann man noch ahnen, das Ambiente ist nach wie vor distinguiert. Auf der Terrasse kann man den Passanten beim Vorbeischlendern zusehen. (Paseo de Recoletos 21)

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