NEWS: Deutsche und spanische Handelskammern schliessen ein Abkommen zur Förderung der Berufsausbildung in Spanien

22.09.2012 - Meike von Lojewski / Madrid für Deutsche 

Die deutschen Handelkammern, die im Heimatland für duale Berufsausbildung verantwortlich sind, werden mit den spanischen Handelskammern bei der Einführung dieses Bildungssystems in Spanien zusammenarbeiten. Ziel ist, die derzeitige Jugendarbeitslosenquote von 52,7 Prozent zu senken, indem man den Jugendlichen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtert und für Stabilität sorgt.

So haben am 5. September der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags Hans Heinrich Driftmann sowie der Präsident des Consejo Superior der Spanischen Handelskammern Manuel Teruel ein Abkommen unterzeichnet, in dem sich beide Seite dazu verpflichten, in den nächsten Monaten ihren Beitrag zur Einführung dieser Lehr-/Arbeitsmethode zu leisten, mit der man in Deutschland bisher grossen Erfolg zu verzeichnen hat.

In Deutschland, wo die Jugendarbeitslosigkeit lediglich 7,9 Prozent beträgt, wird die Berufsausbildung parallel in Unternehmen und Berufsschulen durchgeführt. Die Firmen stellen dabei dem Lehrling ihr praktisches Wissen zur Verfügung, während in der Schule die notwendigen theoretischen Kenntnisse vermittelt werden.

Die Berufsausbildung bzw. Lehre ist in Deutschland sehr anerkannt. Die Kombination aus Theorie und Praxis sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Schülern, Ausbildern und Firmen gewährleisten einen hohen Qualifikationsgrad. So werden tatsächlich etwa 90 Prozent der Lehrlinge von den Unternehmen übernommen, in denen sie ihre Ausbildung absolviert haben. Dies trägt natürlich zu der bereits erwähnten, niedrigen Jugendarbeitslosenquote bei. Zwischen 10 und 15 Prozent der Lehrlinge setzen anschliessend noch ein Universitätsstudium drauf.

Laut dem Abkommen verpflichten sich die Handelskammern - wie der Quelle www.camaras.org zu entnehmen ist - zu folgendem:

Die deutschen Handelskammern beraten ihre spanische Kollegen beim Aufbau eines einheitlichen dualen Berufsausbildungssystems. Mit Hilfe deutscher Fachkräfte soll dieses in Spanien entwickelt und gestärkt werden. Ausserdem werden die spanischen Lehrkräfte von ihren deutschen Kollegen geschult, um so die entscheidenden Bestandteile einer Lehre kennenzulernen.

Die spanischen Handelskammern hingegegen sollen sich gegenüber Politikern und Firmen für das duale Berufsausbildungssystem einsetzen, um so die Jugendlichen in den Arbeitsmarkt zu bringen. Dafür müssen sie dessen Vorteile kennen, die Verantwortlichen in den Unternehmen schulen sowie die rechtlichen Gegebenheiten für Lehrlinge verbessern. Zudem obliegt es ihnen, die Kooperation zwischen Firmen und Berufsschulen zu fördern und die notwendigen finanziellen Unterstützungen europäischer Förderprogramme zu erhalten.

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