Achtung vor Abzockern!

06.07.2009 - Stefanie Claudia Müller - scm-communication.com 

Spanische Banken müssen sich an andere Zeiten gewöhnen. Nach dem Kreditboom müssen sie nun schauen, wo sie ihre ehemals Milliarden-Einnahmen herbekommen. Am einfachsten ist, beim Privatkunden anzufangen. Waren die Bank-Gebühren bisher schon im europaweiten Vergleich sehr hoch, haben sie inzwischen Rekordniveau erreicht.

In Zeiten, wo es der spanischen Wirtschaft sehr schlecht geht und Millionen bei den Banken mit Hypotheken und Verbraucherkrediten tief in der Kreide stehen, ein fatales Signal.  Der spanische Verband der Banknutzer “Ausbanc” reklamierte bereits mehrfach die steigenden Gebühren bei den heimischen Finanzinstituten. Während in Deutschland die Direktbanken seit Jahren etabliert sind, schröpfen die klassischen spanischen Banken ihre Kunden über die Geldautomaten, bei Überweisungen und Fonds ab.

Für jeden Kontoauszug, den man anfordert und für Geld, was man zwar im eigenen Netz, aber nicht direkt bei der Bank abholt, muss man inzwischen am spanischen Automaten tüchtig draufzahlen. Zwar wird man vorher gewarnt, wie teuer es werden kann, aber oft braucht man einfach Geld und hat keine Zeit eine hauseigene Bank zu suchen. Wer 500 Euro im eigenen Netz, also bei Servired oder Telebanco abholt, muss zwischen je nach Hausbank bis zu neun Euro dafür zahlen. Bisher waren das die Preise für die Nutzung eines fremden Netzes. Aber auch für die bisher kostenlosen Auszüge muss man inzwischen je nach Hausbank zwischen 40 und 60 Cents zahlen. Rechnet man zusammen, wie oft man im Jahr an einen fremden Geldautomaten nach dem Rechten auf dem Konto schaut, kann man sich vorstellen, wie hoch die Beträge sind für diese eigentlich wenig aufwendige und bisher bei den meisten Banken kostenlosen Dienstleistungen.

Über die steigenden Einnahmen wollen die Finanzinstitute keine Aussagen machen, klar ist jedoch, dass das Verhalten äußerst unethisch ist. Vor allem, wenn man, wie in meinem Fall, extra zur spanischen Postbank wechselt, weil die Kontoführungskosten gratis sind und es jetzt plötzlich heißt: Nur wenn man das Gehalt dorthin überweist, können sie diese Kondition beibehalten.  Achtung auch vor der agressiven Werbung der Banco Santander und anderer Institute bezüglich gebührenfreier Konten. Hier gibt es viele Haken und viel Kleingedrucktes. Gleiches gilt für die vielfältigen Kreditangebote, die sich beim näheren Hinschauen oft als Luftballons erweisen, da die Risikokontrollen in den Banken angesichts der wachsenden Kreditausfallrate enorm hoch sind.

Die Bank will für gebührenfreie Konto-Führung meist einen Pensionsfonds oder ein Gehalt als Gegenleistung  sehen und selbst für einen Dispo-Kredit sind vielfältige Papiere notwendig, es wird dafür ein notariell beglaubigter Vertrag abgeschlossen, der wiederum je nach Bank einen zweistelligen Betrag kostet. Es lohnt sich jetzt mehr denn je in Spanien komplett auf online-Anbieter umzustellen wie open bank oder INGDirect. Wer noch eine Adresse in Deutschland hat, kann auch dort bei einer der Direktbanken ein Konto eröffnen, besonders angesagt ist derzeit die Comdirect, gerade bei jungen Berufsanfängern und mobilen Studenten. Mit einer Visakarte der Comdirect kann man kostenlos weltweit Geld abholen, immer mehr Institute bieten diesen Service an, der auch für Deutsche im Ausland sehr interessant ist.

Es wäre toll, wenn die Nutzer dieser Seite von ihren Erfahrungen mit Banken vor Ort berichten würden und Tipps geben könnten, wo man am besten sein Geld hinlegt bzw. abhebt.

 

Kommentare (5) :

Kommentar von Rainer Franz 07.07.2009

Kommentar von Peter Schmiedchen 07.07.2009

Kommentar von Thomas 10.07.2009

Kommentar von ina 17.07.2009

Kommentar von Nina 04.08.2009

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