Wo kauft man am günstigsten & besten ein – ein Supermarktvergleich

16.11.2016 - Karl H. Lincke 

In Madrid kann der jährliche Unterschied an Einkaufskosten je nach Supermarkt bis zu 3.000 € betragen – der nationale Durchschnitt der Ersparnisse liegt hingegen bei 933 €. Um aber den billigsten Supermarkt in ganz Spanien zu finden, muss man einen Blick in den Norden werfen: Alcampo aus der Stadt Vigo ist nach der jährlichen Studie des spanischen Vereins der Verbraucher und Kunden (Organización de Consumidores y Usuarios – OCU) das preiswerteste Geschäft – zum dritten Mal in Folge. Auch beim teuersten Supermarkt hat sich im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert: Sánchez Romero aus Madrid belegt weiterhin den Spitzenplatz. Zu diesem Ergebnis kam die Studie nach dem Vergleich von 162.928 Preisen von über 200 Produkten; darunter waren frische sowie verpackte Speisen, Drogerie- und Hygieneprodukte.

 

Im Durchschnitt lagen die jährlichen Ausgaben der spanischen Haushalte in Supermärkten im Jahr 2016 bei 4.850€. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Anstieg um 2,3%. Dies bestätigt einen Trendwechsel im Konsum der Familien. Zum ersten Mal hat der OCU in diesem Jahr eine einheitliche Studie verfasst und nicht mehr zwischen Markenprodukten und Eigenmarken differenziert, denn laut dem Sprecher des OCU gibt es heutzutage nicht mehr zwei klare Verbraucherprofile, sondern vielmehr eine Mischung zwischen den Marken- und den No-Name-Produkten.

 

Ein Vergleich der Supermarktketten

Der umfassende Index, der vom OCU erstellt wurde, erlaubt es, die 1.193 ausgewählten Supermarktniederlassungen aus 63 verschiedenen Orten mit den jeweiligen Internetangeboten einem direkten Vergleich zu unterziehen. Dieser Indikator besteht wiederrum aus drei Subindexen: einer für die Markenprodukte (geformt aus 80 Produkten), einer für die frischen Produkte (53 Lebensmittel) und schließlich die preiswertesten Produkte, die in der Regel mit den Eigenprodukten übereinstimmen und aus 84 Artikeln bestehen. Der Index des billigsten Supermarktes Alcampo in Vigo beträgt 100. Von diesem Index ausgehend, werden daran in der nachfolgenden Graphik die nationalen Ketten verglichen. Wenn also eine Kette, wie beispielsweise Dia Market 109 Punkte erhält, ist diese um 9 % teurer als der billigste Supermarkt Alcampo de Vigo in Spanien.

 

Wenn man allerdings den lokalen und regionalen Handel genauer betrachtet, ist es die andalusische Kette Dani, die seit 15 Jahren die Meisterin des Sparens ist und somit eine 100 im Index im Vergleich zu den 101 Punkten der Alcampo Kette erhält. Unter den 15 billigsten Ketten in ganz Spanien befinden sich sechs regionale beziehungsweise lokale Unternehmen.

 

Das andere Extrem lässt sich bei der Supermarktkette Sánchez Romero in Madrid erkennen: Diese lokale Kette ist ein weiteres Jahr die teuerste in ganz Spanien. Zum Vergleich: ein Warenkorb ist 67% teuerer als ein Einkauf in einem Geschäft der Dani-Gruppe. Wie in den meisten Läden hat sich auch hier der Preis für einen Einkaufskorb im Vergleich zu 2015 verteuert. Besonders die frischen Produkte sind in ganz Spanien teurer geworden, von 2,4% bis zu erstaunlichen 16%. Unter den großen Ketten haben nur Caprabo und Leclerc die Preise allgemein gesenkt. Spar hat sie, gefolgt von Carrefour, am meisten angehoben.

 

Alcampo | Carrefour | Mercadona

 

Die teuersten Städte

Im  Allgemeinen kann man sagen, dass die Anwesenheit von großen Ketten wie Alcampo oder Mercadona einen Druck auf die anderen Läden ausüben ihre Preise zu senken. Gebiete, in denen höhere Einkommen nachgewiesen werden können, haben in der Regel eine größere Konzentration an Ketten mit teureren Produkten. Wenn man den Vergleich auf Städte bezieht, so sind Las Palmas de Gran Canaria, Barcelona und Getxo im Baskenland zum Einkaufen am kostspieligsten. Grundsätzlich sind Cataluña und die Balearen die teuersten Einkaufsregionen, während La Rioja die erschwinglichste ist. In den großen Städten, wie beispielsweise in der Hauptstadt Madrid, können aufgrund des breiten Angebots die meisten Ersparnisse erzielt werden.

 

Vergleich zu Deutschland

Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat 2014 15 Supermarkt-Ketten mit mindestens 50 Filialen in Deutschland verglichen und kam zu dem Ergebnis, dass Discounter gar nicht so viel günstiger als andere Supermärkte sind. Große Unterschiede gibt es allerdings hinsichtlich der Kundenberatung. Der Preisunterschied macht sich vor allem im Bereich Obst und Gemüse bemerkbar. Ein so enormer Preisunterschied von bis zu 67% wie in Spanien kann man in Deutschland aufgrund des allgemein niedrigen Preisniveaus nicht vorfinden. Vielmehr beträgt der Unterschied von einem Einkauf bei dem billigsten Anbieter im Vergleich zum teuersten lediglich rund 20%. Gesamtsieger dieser Studie in Sachen Preis und Service wurde in Deutschland die Kaufland-Kette. Bester Discounter war der Penny-Markt.

 

Autor: Karl H. Lincke (wwwbusinessinspanien.com)

Kommentare (0) :

Artikel kommentieren
Artikel-Archiv
  • 09.03.2020 [Kommentare: 0]

    X-Madrid – das alternative Einkaufszentrum

    In Alcorcón, Madrid, ist im November 2019 das Einkaufszentrum X-Madrid eingeweiht worden. Es ist eins von 136 weiteren Einkaufszentren der Autonomen Region Madrid, aber dennoch anders als die klassischen „centros comerciales“. Das Konzept ist innovativ und sticht durch sein vielseitiges Angebot an Einkaufs- und Freizeiterlebnissen.. Artikel weiterlesen

  • 03.10.2019 [Kommentare: 0]

    Mitmachen und gewinnen: Wir verlosen einen Tisch für 8 Personen auf dem Oktoberfest Barcelona

    „O’zapft is“ heißt es ab heute in Barcelona, wenn die 8. Ausgabe des Oktoberfests Barcelona eröffnet wird. Bis 13. Oktober werden den Besucher am Messegelände Fira Barcelona Montjuïc Wiesn-Specials geboten – von der Weißwurst über Brezel bis hin natürlich zu deutschem Bier. Verschiedene Sorten Paulaner stehen zur Auswahl: Neben dem .. Artikel weiterlesen

  • 07.07.2017 [Kommentare: 0]

    Ökologisch und nachhaltig leben in Barcelona – Teil 2: Mode und Design

    Immer mehr Menschen legen in der heutigen Zeit des Massenkonsums Wert auf ökologisch und fair hergestellte Produkte sowie eine nachhaltige Lebensweise. Dieser Trend ist auch in Barcelona angekommen, wo sich in den letzten Jahren viele Initiativen gegründet haben, um ökologische Produkte und Dienstleistungen anzubieten. In unserem ersten.. Artikel weiterlesen

  • 30.06.2017 [Kommentare: 0]

    Ökologisch und nachhaltig leben in Barcelona – Teil 1: Lebensmittel

    In unserer heutigen Zeit des Massenkonsums zu möglichst günstigen Preisen legen immer mehr Menschen Wert auf ökologisch und fair hergestellte Produkte sowie eine nachhaltige Lebensweise. Dieser Trend ist in Deutschland momentan besonders stark, doch auch in Spanien ist er spürbar. In Barcelona haben sich in den letzten Jahren viele.. Artikel weiterlesen

  • 09.06.2017 [Kommentare: 0]

    Atemberaubende Aussichten mit Ambiente: Die schönsten Terrassen in Madrid

    Der Sommer ist eindeutig in Madrid angekommen – mit reichlich Sonne und Temperaturen bis 30 Grad. Das Wetter lädt also dazu ein, eine der oftmals versteckten Terrassen aufzusuchen. Sei es, um tagsüber an einem ruhigen und schattigen Plätzchen etwas zu essen, oder um den milden Sommerabend stilvoll bei einem Gläschen Wein und.. Artikel weiterlesen

  • 26.05.2017 [Kommentare: 0]

    Eröffnung des weltweit größten Café del Mar in Barcelona

    Am 27. Mai eröffnet in Barcelona das größte Café del Mar der Welt. Nach ibizenkischem Vorbild soll der Club im Hafen Port Forùm auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern Platz für diverse Abendveranstaltungen bieten. Zur Eröffnungsveranstaltung werden einige der angesagtesten spanischen DJs wie Erick Morillo oder David Penn auftreten... Artikel weiterlesen

  • 29.03.2017 [Kommentare: 0]

    Deutsches Handwerk in Barcelona

    Ina kam über Ostern zu Besuch, als ich die Werkstatt in Barcelonas Altstadt entdeckte. Ina und ich stammen beide aus einer kaum bekannten Stadt in Südwestfalen. Kritiker meinen, Siegen sei schlimmer als Verlieren, mein Onkel Herrmann glaubte sogar fest, dass hier die Fußkranken der Völkerwanderung hängengeblieben seien. In der.. Artikel weiterlesen

  • 20.03.2017 [Kommentare: 0]

    Mehr Bio bei “El Corte Inglés”

    “El Corte Inglés”, Vorreiter für ökologische Ernährung, lanciert in Valencia ein neues Geschäftsfeld: “La Biosfera”. Dabei handelt es sich um Bereich innerhalb des Supermarkts, der exklusiv biologische, ökologische und organische Produkte anbietet. Dort werden mehr als 1.500 Artikel auf ansprechende Art und Weise “in Szene” gesetzt. Damit.. Artikel weiterlesen

  • 07.11.2016 [Kommentare: 0]

    Wohin mit gebrauchter Kleidung?

    Jeder kennt das: Der Kleiderschrank ist quillt über, dennoch - oder gerade deshalb - findet man nichts Passendes. Zeit, auszumisten und die Teile, die nicht mehr getragen werden, sinnvoll zu entsorgen. Je nach Zustand der Kleidung kann diese weiterverkauft, gespendet oder im Altkleidercontainer entsorgt werden. Auch in Spanien gibt es.. Artikel weiterlesen

  • 12.09.2016 [Kommentare: 0]

    Freddy Gaviria: individuelle Haute Couture am Arc de Triomf

    Barcelona ist bekannt als innovatives Pflaster. Selbst auf der politischen oder wirtschaftlichen Ebene stets ein Motor, ob als Smart City oder über das Bemühen, einen nachhaltigen Tourismus zu steuern, statt - wie Venedig - daran zu ersticken. Die Stadtfeste - wie die aktuell wieder stattfindende Fiesta Mayor de Gràcia - mit kreativer.. Artikel weiterlesen