Deutsche Unternehmer in Spanien: Anja Schneider Coaching

03.06.2020 - Interview geführt von Spanien auf Deutsch 

1. Was macht Ihr Unternehmen?

 

Menschen hoffentlich zufriedener und glücklicher;-)

Die zentrale Frage meiner Arbeit lautet: „Wie kann ich Menschen zu mehr Zufriedenheit und Erfolg im Beruf verhelfen und sie damit glücklicher machen?“. Ausgehend von dieser Frage unterstütze ich als persönliche Beraterin in allen Phasen des beruflichen Lebens. Coaching hilft durch seine Methoden, die eigene Situation zu reflektieren, neue Einsichten zu gewinnen und dadurch die Perspektive zu wechseln. So eröffnen sich neue Wege, die vorher nicht sichtbar waren. Der Klient erarbeitet sich im Coaching-Prozess seine eigene Lösung, die dann zu ihm und seinem Umfeld passt.

Mein Angebot: Orientierungscoaching für Berufseinsteiger, Coaching im privaten Kontext und Coaching im Unternehmenskontext. Mehr dazu hier.

 

 

2. Wie entstand Ihre Unternehmensidee?

 

Coaching und Beratung sind meine Leidenschaft. Als Systemischer Business Coach, Betriebswirtin mit Schwerpunkt Personalmanagement sowie Erfahrung in der Personal- und Führungskräfteentwicklung lag es für mich nahe, das zu machen, was ich kann und was ich dazu gerne mache: andere entwickeln.

Zudem weiß ich, wie man sich in einem Prozess der Neuorientierung fühlt, denn ich habe ihn vor Jahren selbst durchlaufen. Gerne unterstütze ich daher heute Menschen, die das Gefühl haben, dass sich was ändern muss, die eine Entscheidung für sich treffen wollen oder die sich schlicht auch einfach weiterentwickeln möchten.

 

Die Idee auch Schüler und Berufseinsteiger bei Ihrer Berufswahlentscheidung unterstützen zu wollen, ist nach vielen Gesprächen mit jungen Leuten in mir gewachsen. Ich persönlich empfand diese Phase als Jugendliche für mich als sehr intensiv und hätte ein solches Angebot gut gebrauchen können, um herauszufinden, was ich wirklich will!

 

3. Warum haben Sie sich in Madrid/Spanien niedergelassen? 

 

Da ich Madrid sehr mag, bin ich dankbar, dass uns die beruflichen Beweggründe meines Mannes hergeführt haben.

 

4. Was war für Sie die größte Herausforderung zu Beginn? 

 

Es braucht Zeit und kostet Kraft eine Selbstständigkeit aufzubauen, noch dazu deutschsprachig im Ausland. Daher ist es wichtig durchzuhalten, konsequent weiter zu machen und nicht aufzugeben. Das sind definitiv Punkte, die auch ich lernen musste und auch immer noch lernen muss.

 

4. Sprechen Sie Spanisch?

 

Ja, wobei es noch viel Luft nach oben gibt. Allerdings reichen meine Kenntnisse mittlerweile nach vielen Sprachkursen aus, um das Leben in Madrid gut meistern zu können.

 

5. Wo entstehen die meisten geschäftlichen Kontakte?

 

Aktuell versuche ich meinen Bekanntheitsgrad in Madrid über Werbemaßnahmen zu erweitern. Ansonsten über persönliche Ansprache oder über Netzwerke.

 

6. Was raten Sie jemandem, der in Spanien eine Firma gründen will?

 

Ganz allgemein und grundlegend ist es wichtig eine Vision zu haben. Außerdem braucht es Ziele und eine Idee, wie ich diese umsetzen möchte. Darüber hinaus ist es überaus wichtig, sich gut zu informieren.

 

Man sollte sich zudem ganz sicher sein, den Weg mit allen Höhen und Tiefen auch gehen zu wollen und alles ganz genau durchdacht haben. Dann fällt das Durchhalten in nicht so rosigen Zeiten leichter. Vor kurzem habe ich einen Blog-Beitrag zum Thema Entscheidungen veröffentlicht. Hierbei ging es darum, ob der Weg in die Selbstständigkeit der richtige ist oder nicht.

 

Ich beschreibe Fragen, die mir geholfen haben, eine Entscheidung zu treffen. Die wichtigste ist für mich immer: „Was könnte schlimmstenfalls passieren“. Stellen wir uns diese Frage, sind wir auf den Worst Case vorbereitet und können direkt eine Idee entwickeln, was wir dann machen wollen. Ich finde dieses Gefühl, „alles“ durchdacht zu haben, unheimlich wichtig.

 

7. Welcher Unterschied zu Deutschland fällt Ihnen hier am meisten auf?

 

Für mich gibt es unheimlich viele Unterschiede, die im Supermarkt anfangen und auf der Straße enden;-)

In Spanien ist alles viel spontaner, es wird nicht so viel und schon gar nicht so weit im Voraus geplant. Insbesondere das Improvisationstalent der Spanier finde ich bemerkenswert. Das können wir Deutschen nicht so gut.

Auch die Esskultur ist anders, ganz nach dem Motto: „para compatir“ und „tranquilo“.

 

8. Was mögen Sie besonders an den Spaniern?

 

Ich mag die Heiterkeit, die Herzlichkeit, die Geselligkeit und die Freundlichkeit und auch wenn es mich in manchen Situationen wiederum stört, die Grundruhe, die die Spanier häufig mitbringen.

 

9. Gibt es etwas, das Sie hier stört?

 

Das Leben läuft hier einfach oftmals langsamer als in Deutschland. Daran musste ich mich gewöhnen. Ich mag die Entspanntheit der Spanier, aber in manchen Situationen bringt sie mich als sehr aktiven Menschen an meine Grenzen. Geduld musste ich lernen und tue es noch.

 

10. Nennen Sie uns einige deutsche Marotten, die Sie nicht ablegen können. 

 

Neben dem Klassiker Pünktlichkeit, kann ich nicht ohne mein Vollkornbrot! Es ist schwer in einem Land, in dem eine Vorliebe für Weißbrot herrscht, aber dank eines wunderbaren Bäckers in der Nähe und meinem Thermomix möglich.

 

11. Können Sie ein Restaurant/ Bar empfehlen?

 

Absolut empfehlenswert ist das Restaurant Ástor Gastro-Palace in der Calle del Almendro 9 – Madrid. Die beste Tortilla gibt es im Casa Dani im Mercado de la Paz.

 

12. Haben Sie eine Hotelempfehlung? 

 

Wir sind Fans von Apartments;-)

 

13. Was ist Ihr liebster Platz in Madrid?

 

Das kann ich gar nicht auf einen Platz beschränken... Ich schlendere gerne durch La Latina, Malasaña, Chueca, Salamanca oder auch durch den Retiro-Park und entdecke immer wieder Neues. Ein guter Platz zum Verweilen ist aber auf jeden Fall der Plaza de Santa Ana oder auch etwas weiter weg der Plaza de Olavide.

 

14. Was vermissen Sie am meisten aus Ihrer Heimat?

 

Mit einem 5-jährigen Sohn auf jeden Fall, dass die Restaurants abends bereits vor 20 Uhr öffnen.

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