NEWS: Schlechte Aussichten für Spanien - Bonität um zwei Stufen gesenkt

14.10.2011 - Meike von Lojewski / Madrid für Deutsche 

Die Zeichen der Krise in Spanien sind nicht zu übersehen: Vergangenen Freitag hat die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit des Landes deutlich herabgestuft. Obwohl es die viertgrösste Euro-Volkswirtschaft ist, wurde die Bonität von AA+ auf AA- korrigiert. Als Grund dafür nennt Fitch die ungünstigen Wachstumsaussichten sowie die Risiken, die die Euro-Schuldenkrise in Spanien mit sich zieht.

Die Aussichten für Spanien bleiben zudem düster. Denn obwohl AA- immer noch die vierthöchste Stufe überhaupt bei Ratings ist und Fitch weiterhin davon ausgeht, dass das Land zahlungsfähig bleibt, behält es sich die Agentur vor, in den kommenden Monaten eventuell eine weitere Herabstufung durchzuführen. Dies bestätigt auch das Bankhaus Goldmann-Sachs, das spätestens Anfang 2012 mit einem erneuten Rezessionsstrudel für Spanien rechnet.

Dies wird vor allem damit begründet, dass Spanien mit zuletzt fast 21 Prozent die höchste Arbeitslosenquote der gesamten Eurozone hat und diesbezüglich auch kein Aufwärtstrend zu verzeichnen ist. Im Gegenteil: Im September stieg die Zahl der Arbeitslosen um 95.800 Personen auf 4,23 Millionen (dies ist der steilste Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen nach der aktuellen Statistik-Methode im Jahr 1996). Was nicht weiter verwunderlich ist: In den ersten acht Monaten dieses Jahres meldeten über 90.380 Firmen und Gesellschaften vor allem in Barcelona, Madrid und Alicante ihr Gewerbe ab. Da deutlich weniger eröffnet wurden, blieb es bei einem Verlust von knapp 19.000 Unternehmen - weitere Verluste von Arbeitsplätzen sind also zu erwarten.

Info: Fitch Ratings ist eine Ratingagentur mit Firmensitzen in New York sowie London und weltweit mit 51 Standorten präsent. In Deutschland ist sie in Frankfurt am Main vertreten. Hinter Standard & Poor´s und Moody´s ist es das drittgrösste Unternehmen in diesem Bereich.

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