NEWS: Esperanza Aguirre auf Bildungsreise in München

28.07.2011 - Comprendes.de (mit Material von Wikipedia) / Madrid für Deutsche 

Die Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid, Eperanza Aguirre ist am Dienstag gemeinsam mit dem Ratsmitglied für Bildung und Beschäftigung, Lucia Figar, nach München gereist, um sich aus erster Hand über das deutsche Modell zur Schaffung von Arbeitsplätzen und der dualen Berufsausbildung ein Bild zu machen.

Das Modell der dualen Berufsausbildung, bei der zwei Drittel des Lernens durch ein Praktikum an einem Arbeitsplatz erfolgen, ist in Spanien nicht bekannt.

Aguirre glaubt, dass dieses Modell den jungen Spaniern eine echte Chance bieten kann, auf dem einheimischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid sagte schon mehrmals, dass strukturelle Reformen notwendig sind, um die Krise, vor allem in der Bildungsreform, zu überwinden.

Aguirre sollte ganz genau hinschauen, denn das duale Bildungssystem in Deutschland ist verbesserungswürdig, obwohl das duale Berufsausbildungssystem weltweit als vorbildlich gilt, finden immer mehr Jugendliche nur in rein schulischen Ausbildungsgängen einen Berufsabschluss. Der mangelnde Praxisbezug solcher Ausbildungsgänge ist offensichtlich. Ursache hierfür ist die nachlassende Ausbildungsbereitschaft der Betriebe, die mehrere Ursachen hat. Die Bundesregierung unter Gerhard Schröder wollte mittels einer Ausbildungsplatzabgabe Betriebe zur verstärkten Ausbildung zwingen. Die Ausbildungsplatzabgabe wurde durch den zwischen Wirtschaft und Bundesregierung geschlossenen Ausbildungspakt vorerst ausgesetzt. Im Rahmen des Ausbildungspaktes haben Kammern, Verbände und andere Einrichtungen ihr Engagement zur Lehrstellenwerbung ausgeweitet. Der Mangel an Ausbildungsplätzen gestaltet sich regional sehr unterschiedlich, so dass viele offene Stellen nicht besetzt werden können. Als zunehmend problematisch erweist sich die mangelnde Ausbildungsreife vieler Jugendlicher, die sich auf schlechten schulischen Leistungen begründet. Signifikant ist in diesem Zusammenhang beispielsweise das Missverhältnis zwischen kaufmännischer Eignung und dem Berufswunsch nach einer Bürotätigkeit.

Die Defizite des dualen Ausbildungssystems und des zu geringen Angebotes von betrieblichen Ausbildungsplätzen resultieren im Wesentlichen aus fünf Problemfeldern. Zu umfangreiche formale Anforderungen an die Berufsausbildung, zu hohe Kosten der Ausbildung selbst, wobei regelmäßig die kalkulatorischen Anteile für die Betreuung im Betrieb unberücksichtigt bleiben, die mangelnde Berufsfähigkeit vieler Schulabgänger aufgrund ihres zu niedrigen Bildungsniveaus, die hohe Spezialisierung vieler Betriebe, die eine sehr breit angelegte Ausbildung (wie sie in vielen Ausbildungsrahmenplänen gefordert wird) unmöglich macht und die sinkende Bereitschaft von Unternehmen, in eine nachhaltige Ausbildung – also in das Lernen für lebenslange Beschäftigung – investieren zu wollen, da die Halbwertzeit des Wissens rapide abnimmt. Vielfach wird die Ausbildung an sich nicht mehr als langfristige Investition in betriebliches Humankapital angesehen. In der Vergangenheit ist in Deutschland schon mehrfach versucht worden, die genannten Defizite durch Veränderungen am dualen System zu überwinden, noch ist die aber nicht gelungen.

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