El Olentzero und Mari Domingi: Einzigartige Weihnachtstraditionen im Baskenland

15.12.2023 - Spanien auf Deutsch 

Während die meisten Menschen weltweit den Weihnachtsmann erwarten, hält das Baskenland an einer einzigartigen und faszinierenden Tradition fest – der Olentzero. Gemeinsam mit Mari Domingi besucht er in der Nacht des 24. Dezembers die Häuser des Baskenlandes, um Geschenke für die Kinder zu bringen. Diese festliche Zeit ist von Ritualen, Umzügen und dem baskischen Charme geprägt, der diese Tradition zu etwas ganz Besonderem macht.

 

Der Umzug von Olentzero und Mari Domingi

Am 24. Dezember defilieren der Olentzero und Mari Domingi durch die Straßen des Baskenlandes und verteilen Bonbons an die jubelnden Kinder. Die Kleinsten haben die Möglichkeit, dem Olentzero ihre Weihnachtsbriefe zu überreichen, während sie in die festliche Atmosphäre eintauchen. Bei Einbruch der Dunkelheit ziehen die Kinder von Haus zu Haus, um Weihnachtsgeld zu sammeln und singen dabei die Geschichte des alten Köhlers.

 

Die symbolische Bedeutung des Olentzero

Der Olentzero, in traditionellen Liedern als schlau und gutmütig beschrieben, repräsentiert die vorchristliche Heidetradition des Fests der Wintersonnenwende. In enger Verbindung mit dem Feuer steht er symbolisch für das Scheit, das einst den Kamin an Heiligabend befeuerte. Die Aschen dieses Feuers wurden am folgenden Tag vor der Haustür verstreut, um Schutz für das kommende Jahr zu gewährleisten.

 

Die mythologische Verbindung

Die baskische Mythologie erzählt von den Heiden, die aus den Bergen herabstiegen, um die Geburt von Kixmi (Christus) zu verkünden. Diese Verbindung zwischen dem mythologischen Element und der Tradition des Scheits und des Feuers führte zur Etablierung der Figur des Köhlers – dem Olentzero. Die Legende erzählt, dass er, während er auf dem Berg arbeitete, die Nachricht erhielt, dass Christus geboren sei, und hinabstieg, um die freudige Nachricht zu verkünden.

 

Mari Domingi

Symbol der Weiblichkeit und der Wintersonnenwende: Mari Domingi hat einen festen Platz in der baskischen Weihnachtstradition. Tief verwurzelt mit der Natur repräsentiert sie die Weiblichkeit und steht symbolisch für die Wintersonnenwende – eine Zeit des Neubeginns und eines neuen Lebenszyklus.

 

El Olentzero und Mari Domingi bringen nicht nur Geschenke, sondern auch eine tiefe kulturelle Verbindung und lebendige Traditionen ins Baskenland.

 

Quelle: Wikimedia commons

 

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