Datenklau passiert überall

29.11.2007 - Guido Sanchidrian - Senior Product Marketing Manager EMEA bei Symantec 

Seit einigen Tagen beschäftige ich mich sehr intensiv mit dem Fall in Großbritannien, wo Her Majestys Revenue and Customs (HMRC) 25 Millionen Datensätze von Kindergeld-Empfängern verloren hat, indem ein kleiner Angestellter diese sagenhafte Summe von 25 Millionen Datensätze auf 2 CD kopiert und per Post verschickt hat, diese aber beim Empfänger nie angekommen sind. Mit einem Schlag sind Millionen von britischen Bürgern in Angst, dass ihre Daten betrügerisch ausgenutzt werden können. Berechtigterweise, denn diese CD beinhalten unter anderem auch Bankkonto-Daten und nationale Versicherungsnummern von mehr als 7,25 Millionen Familien.Dieser Fall zeigt ganz deutlich, dass es so was wie absolute Datensicherheit nicht gibt. Wie konnte ein so kleiner Angestellter überhaupt in der Lage sein, 25 Millionen Datensätze auf einen Schlag zu kopieren? Selbst wenn der Mitarbeiter keine Schulung in Sachen Datensicherheit bekommen hat - was schon schlimm genug wäre - so müsste doch schon bei dem Gedanken daran, die Daten ungesichert zu kopieren, die Alarmglocke angehen? Die Frage muss sich die Behörde stellen...Ist das ein Einzelfall? Nein, ganz deutlich, Nein. Es gibt in den letzten Jahren Dutzende von Fällen, wo Kundendaten auf die eine oder anderen Weise gestohlen, verloren oder sonst wie abhanden gekommen sind. Und das sind nur die Fälle, die an die Öffentlichkeit gekommen sind. Die Dunkelziffer wird weitaus höher sein und lässt sich nur schwer abschätzen. Somit ist der HMRC Fall nur die Spitze des Eisberges, wenn auch eine recht große Spitze...Kann so was in Deutschland oder Spanien passieren? Ja, und jederzeit, auch in anderen Ländern. Sobald meine Daten irgendwo digital abgelegt sind, ist die Möglichkeit gegeben, dass es Daten-Lecks gibt - sei es ungewollt oder durch kriminelle Energie erzeugt.Als Hersteller von Software wäre ich froh, ankündigen zu können Installieren Sie Software XYZ, und alle ihre Probleme sind behoben. Leider ist das nicht so einfach, und Datensicherheit ist ein komplexes Zusammenspiel von Überwachungssoftware, der Einhaltung und Schulung von Richtlinien, die im Unternehmen oder einer Behörde auch gelebt werden müssen, und dem Mitarbeiter an sich. Der Fall HMRC zeigt, dass wie meist der Mensch das schwache Glied in der Kette ist und es durch bloße Unachtsamkeit zu so einem Desaster kommt.Unternehmen müssen Prozesse, Prüfungen und Richtlinien etablieren, die das Risiko solcher Datenlöcher minimiert. Wenn die halbe englische Bevölkerung datentechnisch auf 2 CDs passt, wie viele Daten kann ich dann erst mit meinem 80 GB iPod stehlen...? Die ganze Menschheit ...?Was kann ich als Privatperson machen, um das Risiko zu minimieren? Hier einige goldene Regeln:(1) Kontrolliere deine Bankauszüge und Kreditkarten-Abrechnungen regelmäßig, und informiere die Bank umgehend über irgendwelche Transaktionen, die von dir nicht autorisiert wurden.(2) Ändere leicht zu erratende Passwörter, wie Geburtsdatum, Vorname, oder der Name deiner Kinder, in schwer zu erratende Passwörter.(3) Gib niemals persönliche Daten oder gar Kreditkarten-Informationen über das Internet an ungesicherte Seiten. Gesicherte Seiten erkennt man an dem goldenen Vorhängeschloss Symbol im Internet-Browser. Aber auch das Schloss ist keine Garantie für Datensicherheit. Vergewissere und informiere dich vorher, wie vertrauenswürdig die Internetseite ist. Eine Suche per Google findet meist schon genug Antworten darüber. Ansonsten fragt mich ...(4) Web 2.0 ist in aller Munde, Seiten wie YouTube oder MySpace haben Hochkonjunktur. Sei aber vorsichtig mit der Weitergabe von persönlichen Daten wie email Adresse, Handy-Nummer oder anderen sensitiven Daten, die Cyber-Kriminelle ausnutzen könnten, um deine Identität zu missbrauchen.(5) Klicke niemals auf Links in email oder Instant Messaging (Yahoo, MSN Messenger, ...) in Mitteilungen, die von unbekannten oder verdächtigen Quellen kommen. Im besonderen in solchen Mitteilungen, die gezielt nach der Überprüfung deiner Bankdaten fragen. Das sind zu 100 Prozent sogenannte Phishing Angriffe, da deine Bank niemals persönliche Daten per email abfragen wird.(6) Installiere eine solide Internet Sicherheitssoftware, die sowohl vor Viren schützt, als auch Identitätsschutz-Verfahren beherrscht. Natürlich steht hier an erster Stelle Symantec Norton Internet Security 2008 oder Symantec Norton 360....(7) Halte deinen Computer aktuell, sowohl die Internet Security Software (das ist meist schon automatisch so eingestellt...) als auch das Windows oder Linux Betriebsystem selber, zum Beispiel über automatisches Windows Update oder diverse Updater in den Linux Distributionen.Zu guter letzt, denkt daran, Ein Angebot, was zu gut klingt um wahr zu sein, ist dies meistens auch...

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