NEWS: Iñaki Urdangarín: Gemeinsame Sache, um Haft zu vermeiden

13.05.2012 - ARENA - A. Eisenführ 

Der königliche Schwiegersohn Iñaki Urdangarín und sein ehemaliger Dozent, Freund, Geschäftspartner und inzwischen Todfeind Diego Torres haben sich angesichts der schweren Vorwürfe, öffentliche Gelder veruntreut und teilweise in Steuerparadiese geschleust zu haben, wieder zusammengefunden. Sie waren in den letzten Tagen durch ihre jeweiligen Anwälte damit beschäftigt, eine gemeinsame Strategie auszuarbeiten, um die vorhersehbaren Gefängnisstrafen zu vermeiden. Die beiden jungen Männer wollen der Antikorruptionsbehörde vorschlagen, die veruntreuten Gelder zurückzuzahlen, um nicht ins Gefängnis einrücken zu müssen, falls das Gericht dahingehend urteilen sollte. Besonders die Autonomiegebiete Valencia und Balearen hatten Millionenbeträge lockergemacht, um internationale Sportveranstaltungen durch den berühmten Ehemann der Infanta Cristina hereinzuholen. Dabei waren Summen in Millionenhöhe in obskuren Kanälen versickert.

Die beiden Expartner, die sich bei ihren bisherigen Einvernahmen gegenseitig die Schuld an den Unregelmässigkeiten zugeschoben hatten, wollen jetzt gemeinsam erreichen, dass das Gericht, durch die Rückzahlung der Gelder besänftigt, Gefängnisstrafen unter zwei Jahren ausspricht, weil die Angeklagten diese nach spanischem Recht dann nicht anzutreten brauchen. Da inzwischen einige e-mails vorgelegt wurden, aus denen angeblich hervorgeht, dass der König selbst noch Ratschläge erteilte, obwohl er seit 2007 dem Schwiegersohn befohlen hatte, sich aus öffentlichen Geschäften herauszuhalten, droht der „caso Urdangarín, das Königshaus noch weiter zu belasten.

Wem es befremdlich erscheint, dass Angeklagte Strafmilderung und möglicherweise Haftverschonung erreichen, wenn sie veruntreute Gelder zurückerstatten, der muss wissen, dass dies in Spanien gängige Praxis ist. In vielen Fällen wird nicht einmal die Wiedergutmachung des angerichteten Schadens verlangt, um die überführten Täter vor schwedischen Gardinen zu bewahren. Beispiele: Felix Millet, der Ausplünderer des Musikpalastes von Barcelona und seine rechte Hand Jordi Montull. Auch der ehemalige Präsident des Autonomiegebietes Balearen, Jaume Matas, also gerade derjenige Politiker, mit dem Urdangarín und Torres ihre Geschäfte absprachen, befindet sich trotz schwerster Beschuldigungen auf freiem Fuss und sogar die geforderte Kaution von zwei Millionen Euro wurde kürzlich gegen eine Option auf eine Luxusimmobilie von Matas aufgehoben.

Wenn auch der König in seiner Weihnachtsansprache eindringlich „gleiche Gerechtigkeit fúr alle“ beschwor, so sind offenbar doch einige Übeltäter gleicher als andere.

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