SERIE: Deutsche Unternehmer in Madrid - Oliver Bieniussa

16.12.2014 - Das Interview führte Madrid für Deutsche 

 1.    Was macht Ihr Unternehmen?

Meine Frau und ich führen gemeinsam das deutsch-spanische Architekturbüro Bieniussa/Martínez Architekten. Von Madrid aus arbeiten wir an Bauvorhaben in Spanien und Deutschland.

 2.    Wie entstand Ihre Unternehmensidee?

Mireia und ich kennen uns seit dem Architekturstudium in Barcelona und teilen das gegenseitige Interesse an unseren Kulturen. Wir haben früh festgestellt, dass wir beide uns beruflich sehr gut ergänzen. Diese Synergie lässt sich im eigenen Büro am besten nutzen.

 3.    Warum haben Sie sich in Madrid/Spanien niedergelassen?   

Als Student in Köln hat mich die spanische Architektur besonders angesprochen. Nach einem Auslandssemester in Barcelona habe ich mich entschieden das Studium an der Universidad Politécnica de Cataluña fortzusetzen und konnte es dort mit dem Diplom abschließen.

Nach dem Studium gingen wir gemeinsam nach Madrid, da ich hatte die Möglichkeit bekam bei dem Architekten Rafael Moneo im Büro mit zu arbeiten. An der Seite des spanischen Meisters konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln. Nach und nach begannen wir in Madrid an eigenen Projekten zu arbeiten und stehen heute auf eigenen Füßen.

 4.    Was war für Sie größte Herausforderung zu Beginn? 

Im Ausland eine Ausbildung zu absolvieren und dort zu arbeiten stellt vor größere Anforderungen, als diese Dinge im eigenen Land zu tun. Mentalitätsunterschiede und Verständigungsschwierigkeiten sind mit Einfühlungsvermögen und Flexibilität zu begegnen.

 5.    Sprechen Sie Spanisch?

Sí.

 6.    Wo entstehen die meisten geschäftlichen Kontakte?

Über Mund-zu-Mund-Propaganda in jeglicher Art von Alltagssituationen.

 7.    Was raten Sie jemanden, der in Spanien eine Firma gründen will?

Don Quijote lesen.

 8.    Welcher Unterschied zu Deutschland fällt Ihnen hier am meisten auf?

Es gibt a priori keine Angst vor Improvisation. Probleme können so zu Lösungsfindungen führen, die für alle Beteiligten gewinnbringend sind.

 9.    Was mögen Sie besonders an den Spaniern?

Die Spanier sind ein solidarisches Volk und die Madrider in der Regel liebenswert.

 10.    Gibt es etwas, das Sie  hier stört?

In Madrid die Lärm- und Luftverschmutzung.

 11.    Nennen Sie uns einige deutsche Marotten, die Sie nicht ablegen können. 

Zu Hause die Schuhe ausziehen. Mit Butter kochen und backen.

 12.    Können Sie ein Restaurant/ Bar empfehlen?

La Cesta de Recoletos. Der Zweisternekoch Oscar Velasco hat die Speisekarte mit Raciones und Tapas zu moderaten Preisen kreiert.

 13.    Haben Sie eine Hotelempfehlung? 

La Posada del Dragón en la Calle Cava Baja. Man wohnt dort in einer Corrala aus dem 19. Jahrhundert. Eine für Madrid typische Wohntypologie.

 14.    Was ist Ihr liebster Platz in Madrid?

La Plaza Platería de Martínez. Am Übergang zwischen Paseo del Prado und Huertas gelegen kann man dort nach einem Museumsbesuch entspannen, bevor man sich in den Trubel der Altstadt begibt.

 15.    Was vermissen Sie am meisten aus Ihrer Heimat?

Viele Sachen vermisse ich aus Deutschland, die Nähe zu Familie und Freunden, aber auch die schattigen Wälder, um nur einiges zu nennen. Das perfekte Land gibt es nicht, aber Madrid ist eine inspirierende Umgebung für Architekten.

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