Das Paradox des spanischen Arbeitsmarkts - Jungendarbeitslosigkeit

07.05.2019 - Laura Nadolski 

Studien sagen voraus: Rund die Hälfte der hochqualifizierten Arbeitsplätze in Spanien wird in Zukunft unbesetzt bleiben. Die Generation, die in zehn Jahren in den Arbeitsmarkt eintritt, erhält keine entsprechende Bildung um vor den Anforderungen hochqualifizierter Jobs zu bestehen. Bis zu 104.000 freie Stellen wird es bis 2028 geben.

 

Neue Arbeitsplätze

Spanien hat zusammen mit Griechenland die höchste Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Doch laut einer Studie von ManpowerGroup und der Fundación I+E wird es im nächsten Jahrzehnt einen Anstieg der Arbeitsplätze für junge Erwachsene (unter 35) von zwischen 2,3 und 3,5 % geben. So werden ca. 200.000 – 250.000 neue Arbeitsplätze mit hoher Qualifikation entstehen. Doch das hiesige Bildungssystem weist in eine andere Richtung als der zukünftige Arbeitsmarkt.

 

Unangepasstes Bildungssystem und demographischer Wandel

42-49 % der Stellen - also zwischen 85.000 und 105.000 Plätze - werden Prognosen zufolge unbesetzt bleiben und das aus zwei Gründen: Zum einen ist durch den demographischen Wandel der Personalbestand der 16- bis 34 -Jährigen seit 2010 um zwanzig Prozent gesunken. Zum anderen scheitert das Bildungssystem daran, sich an den technologischen Wandel der heutigen Zeit anzupassen. An den Folgen leiden vor allem die jungen Leute, die in zehn Jahren in Informationstechnologien ausgebildet oder lizenziert sein werden. Dazu gehören zum Beispiel technische Architekten, Mathematiker, Ingenieure oder Finanzspezialisten.

Das Problem des Bildungssystems ist, dass erstens der legale Rahmen für eine Bildungsreform sehr instabil ist und es mit der heutigen Regierung, bzw. den vorherrschenden politischen Konstellationen auf lange Sicht keine Aussicht auf ein Abkommen zwischen den Parteien geben wird. Zweitens zielt das System in die falsche Richtung und hält mit den neuesten technologischen Entwicklungen nicht mehr mit.

Die Lücke, die sich durch ein Defizit hochqualifizierter Arbeitskräfte künftig auf dem spanischen Arbeitsmarkt auftun wird, könnte durch eine selektive Immigrationspolitik in Zukunft gefüllt werden, meint Josep Oliver, Professor für Angewandte Ökonomie an der Autonomen Universität in Barcelona. So könnten hochqualifizierte Immigranten die Anforderungen der Unternehmen erfüllen und da aushelfen, wo es in Spanien gerade mangelt.

Kommentare (0) :

Artikel kommentieren
Artikel-Archiv
  • 11.12.2017 [Kommentare: 0]

    Madrid und Barcelona verhandeln mit „Uber“ und „Cabify“ über eine neue Lizenz

    Madrid und Barcelona planen eine spezielle, zweite Lizenz für Mietwagen mit Fahrer, wie der Service von „Uber“ und „Cabify“ häufig offiziell genannt wird. Auf diese Weise hoffen die Städte eine der wichtigsten Forderungen der regulären Taxifahrer zu erfüllen, denn diese hatten Ende November für 24 Stunden gestreikt, und in diesem.. Artikel weiterlesen

  • 02.03.2015 [Kommentare: 1]

    ¡Bienvenidos! Der Deutsche Gewerkschaftsbund bietet Hilfe für Spanier in Deutschland

    Über die spanische Wirtschaftskrise und die damit verbundene Arbeitslosigkeit ist in den vergangenen Jahren reichlich geschrieben worden: Fast 26 Prozent der Spanier im erwerbsfähigen Alter hatten Ende 2014 keine Arbeit, bei den 15- bis 24jährigen sind es ohne Studenten und Schüler sogar 53,5 Prozent, was grossen Anlass zur Sorge gibt... Artikel weiterlesen

  • 14.01.2015 [Kommentare: 0]

    HINTERGRUND: Der Beruf einer Dramaturgin in Spanien

    Mein Name ist Eleonora Herder. Ich bin in Barcelona aufgewachsen und arbeite als freie Theaterregisseurin und Dramaturgin zwischen Barcelona und Deutschland. In Barcelona arbeite ich unter anderem am Gran Teatre del Liceo und seit einem halben Jahr als Dramaturgin des Regisseurs Àlex Rigola. Meine hiesige Zusammenarbeit mit Rigola.. Artikel weiterlesen

  • 23.08.2013 [Kommentare: 0]

    NEWS: Die Zukunft von Spanien verlässt das Land

    Nach jüngsten Angaben des Nationalen Statistikinstituts (INE) stieg die Arbeitsimmigration unter Spaniens Jugendlichen seit dem Einsetzen der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 um 41 Prozent an. Unterdessen ist die Jugendarbeitslosenquote zwischen 2008 und heute von 29,1 Prozent auf aktuell 56,14 Prozent angestiegen.Wie die spanische Zeit.. Artikel weiterlesen

  • 22.05.2013 [Kommentare: 0]

    NEWS: Hessen verstärkt die Zusammenarbeit mit Madrid auf dem Ausbildungsmarkt

    Bereits im letzten Jahr hatte Hessen beschlossen, junge Menschen in Spanien für Jobs in diesem Bundesland zu begeistern. Damit wollte es dem drohenden Fachkräftemangel entgegenwirken. Mit der Region Madrid, in der jeder zweite Jugendliche arbeitslos ist, wurden Vereinbarungen über 15 Pilotprojekte besiegelt. Hit Hilfe der I.. Artikel weiterlesen

  • 25.01.2013 [Kommentare: 0]

    INTERVIEW: Ratgeber für deutsch-spanische Geschäftsbeziehungen

    2007 haben Sie Ihr Unternehmen "alma hispano-dialog" gegründet und bieten heute interkulturelle Coachings für Fach- und Führungskräfte an. Was brachte Sie auf diese Marktlücke?Alexandra Metzger: Als frühere Einkäuferin in einem großen Automobilkonzern in Deutschland bekam ich schnell mit,.. Artikel weiterlesen

  • 04.11.2012 [Kommentare: 0]

    SERIE: Perspektiven für spanische Arbeitslose in Deutschland

    In letzter Zeit gibt es auch immer mehr Deutsche, die Spanien den Rücken kehren und - teilweise nach Jahrzehnten in Spanien - wieder nach Deutschland zurück kehren. Unsicherheit wegen der weiteren Entwicklung in Spanien, wirtschaftliche Gründe, verlorener Arbeitsplatz sind einige der Gründe, die genannt werden.Eine vie.. Artikel weiterlesen

  • 12.08.2012 [Kommentare: 0]

    NEWS: Spanien: Arbeitslosigkeit auf Rekordhöhe

    In den letzten 12 Monaten gingen in Spanien 885.000 Arbeitsplätze verloren. Entsprechend stieg der Anteil der Arbeitslosen auf die bisherige Rekordhöhe von 24,6 . Fachleute gehen davon aus, dass sich die Vernichtung von Arbeitsplätzen nicht aufhalten lässt, sodass man aus Zeichen an der Wand bereits eine Quote von 25 .. Artikel weiterlesen

  • 08.02.2012 [Kommentare: 0]

    HINTERGRUND: Deutsch-spanische Bewerberprofile

    Die bilateralen Beziehungen zwischen Spanien und Deutschland. Die Bedeutung von interkultureller Kompetenz bei der Auswahl deutschspanischer Bewerberprofile.“Dieser Abschnitt ist solchen deutsch-spanischen Profilen gewidmet, die aufgrundunterschiedlicher Umstände sich als Teil verschiedener Kulturen fühlen und allmähl.. Artikel weiterlesen

  • 17.11.2011 [Kommentare: 0]

    NUTZWERT: Service aus einer Hand - Facility Management

    Noch vor wenigen Jahren wurde über die Bezeichnung „Facility Manager“ nur müde gelächelt. Nichts weiter als ein einfacher Hausmeister – so urteilten viele – stecke hinter dem Anglizismus. Heute weiß man es besser. Facility Management, dabei geht es um die Verwaltung und Bewirtschaftung von Geb&.. Artikel weiterlesen