NEWS: Neue Verordnung: Jeder Hausbesitzer braucht einen Nachweis über den Energieverbrauch seiner Immobilie

18.04.2013 - Meike von Lojewski / Madrid für Deutsche 

Jeder, der ein Haus besitzt und dieses verkaufen möchte, muss ab dem 1. Juni ein Zertifikat vorlegen, aus dem dessen Energieverbrauch hervorgeht. Bereits seit 2007 war es ein Muss, beim Bau eines Hauses einen derartigen Nachweis zu haben. Auf diese Weise war der Bauträger verpflichtet, eine genaue Studie durchzuführen und die Immobilie in eine der sieben Energie-Kategorien einzuordnen (von “A” bis “G”). Nun hat der Ministerrat in einer Verordnung zudem entschieden, dass jeder, der sein Haus verkaufen oder vermieten möchte, eine Firma beauftragen muss, dieses Zertifikat zu erstellen. Diese wird das Haus begutachten, mögliche bauliche Veränderungen positiver oder negativer Art festhalten und es in die demensprechende Kategorie einteilen.

Welche Kosten kommen damit auf einen Hausbesitzer zu? Dies ist - so unter www.libremercado.com nachzulesen - nicht einfach einzuschätzen. Bisher gab es noch keine grosse Nachfrage nach dieser Dienstleistung, da das Zertifikat nicht obligatorisch war. Die wenigen Unternehmen, die sich schon heute auf diesen Markt spezialisieren, geben an, dass bei einer Wohnfläche von 100 bis 120 Quadratmetern mit einer Gebühr von zwischen 200 und 300 Euro zu rechnen ist.

In jedem Fall kann ein Haus auch weiterhin verkauft oder vermietet werden, selbst wenn es in die Kategorie “F” oder “G” fällt. Wichtig ist nur, dass man das Zertifikat, das eine Gültigkeit von zehn Jahren hat, vorweisen kann, damit ein möglicher Käufer oder Mieter mehr Informationen über die Immobilie hat. So kann man zum Beispiel davon ausgehen, dass der Unterschied bei der Energierechnung von einem Haus der Kategorie “G” und einem der Kategorie “A” sicherlich bis zu 50 Prozent betragen kann. Monat für Monat bedeutet dies viel Geld.

Vorteile bringt der neue Nachweis also vor allem einem: dem Käufer oder Mieter einer Immobilie. Er befindet sich derzeit in einem Markt, in dem es einen Angebotsüberschuss gibt und kann daher wählerisch sein. Das bedeutet für den Besitzer, dass er sein Haus in Sachen Energie auf den neuesten Stand bringen sollte, wenn er es besser verkaufen bzw. vermieten möchte. Denn dies wird in Zukunft sicher einer der Punkte sein, die Käufer oder Mieter berücksichtigen werden.

Bleibt zu hoffen, dass die Analysen von den Energiefachleuten möglichst genau durchgeführt werden. Dies sollte bei neuen Immobilien nicht schwierig sein, doch bei alten ist es oft kompliziert, genau zu wissen, aus welchem Material die Wände sind, inwieweit die Böden oder Dächer isoliert sind und in welchem Maße die Originalbaupläne verändert wurden. Dafür bedarf es mehr als einem kurzen Blick, doch eine tiefgehende Untersuchung hat natürlich wieder ihren Preis.

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