SERIE: Deutsche Unternehmer in Spanien: Svenja Werner, Rechts- und Steuerberatung für Ausländer und Expats in Spanien

19.05.2021 - Spanien auf Deutsch 

 

1. Was macht Ihr Unternehmen?

Hauptsächlich Steuerberatung, Vorbereitung von Steuererklärungen, Hilfe bei Behördengängen für Ausländer und Expats in Spanien.

 

2. Wie entstand Ihre Unternehmensidee?

Es gibt viele Ausländer, die in Spanien leben oder sich hier niederlassen wollen. Bei den meisten ist das Spanischniveau (noch) nicht so hoch, dass Sie allein mit Behörden und Steuersachen klarkommen. Da komme ich ins Spiel und helfe meinen Mandanten bei Behördengängen, Anträgen und Steuererklärungen, alles auf Deutsch und Englisch.

 

3. Warum haben Sie sich in Madrid/Spanien niedergelassen? 

Ich habe hier ein Studienjahr verbracht und dabei meinen jetzigen Mann kennengelernt. Er ist Madrilene und nun leben wir hier. Madrid ist denke ich für Ausländer perfekt: zentral, es gibt jede Menge andere Nicht-Spanier, es gibt Arbeit und Madrid ist (normalerweise) auch gut angebunden mit dem Flughafen.

 

4. Was war für Sie größte Herausforderung zu Beginn? 

Die Sprache und dabei vor allem, dass die Spanier so unglaublich schnell sprechen, und auch gern alle gleichzeitig.

 

5. Sprechen Sie Spanisch?

Ja.

 

6. Wo entstehen die meisten geschäftlichen Kontakte?

Ich würde sagen über ein Netzwerk aus Freunden, Bekannten und Mandanten. Hauptsächlich über Empfehlungen und inzwischen auch viel direkt über Online-Anfragen.

 

7. Was raten Sie jemanden, der in Spanien eine Firma gründen will?

Auf jeden Fall Marktforschung betreiben, ob die Spanier das, was man anbieten möchte, überhaupt wollen. Und gut informieren im Vorfeld, oft gibt es regionale Subventionen und Vergünstigungen bei den Sozialversicherungsbeiträgen für bestimmte Arbeitnehmergruppen.

 

8. Welcher Unterschied zu Deutschland fällt Ihnen hier am meisten auf?

Die Tage gehen später los und sind irgendwie viel länger als in Deutschland. Ich glaube das liegt daran, dass es hier eben viel länger hell ist. Wenn ich um 20 Uhr vom Spielplatz nach Hause gehe, sind die Kinder von meinen Freunden in Deutschland schon so gut wie im Bett.

 

9. Was mögen Sie besonders an den Spaniern?

Ich mag, dass die Spanier immer locker und gelassen bleiben, und dass sie sehr hilfsbereit und kinderlieb sind.

 

10. Gibt es etwas, das Sie hier stört?

Obwohl ich nun schon seit 11 Jahren hier lebe, weiß ich manchmal immer noch nicht, ob etwas ernst gemeint ist oder nur aus Höflichkeit gesagt wird. Da ist mir die deutsche Direktheit manchmal lieber.

 

11. Nennen Sie uns einige deutsche Marotten, die Sie nicht ablegen können.

Vielleicht habe ich meine deutschen Marotten inzwischen gegen spanische ausgetauscht, da fällt mir jetzt nichts ein…

 

12. Können Sie ein Restaurant/ Bar empfehlen?

Das galizische Restaurant „Ni subo ni bajo” zwischen Metro Iglesia und Alonso Cano.

 

13. Haben Sie eine Hotelempfehlung?

Da ich eine Zeitlang für NH Hoteles gearbeitet habe, kann ich aus Erfahrung sagen, dass diese Hotels alle sehr gut sind.

 

14. Was ist Ihr liebster Platz in Madrid?

Einen direkten Lieblingsplatz habe ich nicht. Ich mag sehr gern den Plaza de Colón, besonders wenn die riesige spanische Flagge im Wind weht.

 

15. Was vermissen Sie am meisten aus Ihrer Heimat?

Meine Familie und Freunde und die Natur. Mir fehlen in Madrid Wasser (Madrid Río ist zwar schön, aber immer zu viele Menschen und der Fluss ist eher ein Rinnsal) und ein Wald, wo es nach Moos und modrigem Holz riecht. Hier riecht es immer nur nach trockenen Piniennadeln.

 

16. Wie hat sich die Corona-Krise bisher auf ihr berufliches und privates Leben ausgewirkt?

Beruflich: jetzt ist es normal, sich mit Mandanten per Video statt persönlich zu treffen. Termine bei Behörden zu bekommen, ist leider noch schwieriger geworden.

Privat: ich war schon ewig nicht mehr in Deutschland und ich vermisse das Zusammensein mit anderen (z.B. Chor, Spielgruppe, etc.) und die deutschen Feste in Madrid (Adventsbasar, etc.).

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