NEWS: “Die Jugend ist unsere Zukunft” - Grundsteinlegung der Deutschen Schule Madrid in Montecarmelo

29.01.2013 - Meike von Lojewski / Madrid für Deutsche 

Lange, lange Zeit haben alle darauf gewartet und nun endlich, am Donnerstag, war es soweit: Die Deutsche Schule Madrid hat in einem feierlichen Akt auf dem Grundstück der neuen Schule in Montecarmelo den Grundstein gelegt. Bei strahlendem Sonnenschein, aber eisigem Wind hiessen rund 600 Schüler sowie zahlreiche Lehrer und Eltern unter anderem den Bundesaussenminister Dr. Guido Westerwelle willkommen, der zu diesem Anlass in die spanische Hauptstadt gereist war.

Zunächst begrüsste der Vorstandsvorsitzende der Schule, Richard Egües, die Ehrengäste der Veranstaltung: Neben Guido Westerwelle hatten auch José Ignacio Wert, spanischer Minister für Bildung, Kultur und Sport, der deutsche Botschafter in Madrid Reinhard Silberberg, Ana Botella, die Bürgermeisterin der Stadt, der Europaminister Iñigo Méndez de Vigo, sowie Madrids Bildungsministerin Lucía Fígar den Weg nach Montecarmelo gefunden. Egües bedankte sich zum einen bei der Bundesrepublik Deutschland für das finanzielle Engagement bei dem Neubau, das mit Gesamtkosten von etwa 56 Millionen Euro derzeit die grösste zivile Baumassnahme der Bundesrepublik im Ausland darstellt. Zum anderen erkannte er aber auch die Eigenleistung der Eltern an, die etwa 10 Prozent davon ausmacht. Egües unterstrich zudem die tiefe Verbundenheit zwischen der Schule und Madrid, der Stadt, die das Gelände für dieses Bauprojekt zur Verfügung gestellt hat, in dem Schüler und Lehrer ab 2015 ihr neues zu Hause haben werden.

Nach Egües ergriff José Ignacio Wert in einer kurzen Rede das Wort: Seit jeher habe Madrid sehr gut mit Deutschland kooperiert und so sei auch die Deutsche Schule eine gute Referenz in ganz Spanien. Die engen Beziehungen zwischen den Ländern, so betonte er, seien bereichernd für beide Seiten. Am 4. Februar werden Deutschland und Spanien daher ein Abkommen unterschreiben, laut dem sie bei der Entwicklung der dualen Berufsausbildung zusammenarbeiten werden. Zudem soll das Abitur derart anerkannt werden, dass deutsche Schulabgänger in Spanien studieren können, ohne eine zusätzliche Prüfung ablegen zu müssen. Wert dankte der Bundesrepublik für den gelungen Akt und wünschte für das Projekt sowie den Schulbeginn 2015 viel Glück.

“Dies ist ein wunderschöner Moment, der mein Herz bewegt.” Mit diesen Worten übermittelte Bundesaussenminister Guido Westerwelle die Grüsse der deutschen Bundesregierung. Der Bau der Deutschen Schule in Madrid sei die derzeit grösste Investition im Ausland, womit ein klares Zeichen gesetzt werde: “Wir glauben an Spanien und setzen auf die Jugend sowie die deutsch-spanische Freundschaft.” Diesen Gedanken unterstützen die zahlreichen Fähnchen in den Farben Spaniens, Deutschlands und Europas, die die Schüler eifrig im Wind schwenkten. Europa sei die Zukunft und deswegen hielt Westerwelle die Jugendlichen an, Sprachen zu lernen und sich für die Welt zu interessieren. Natürlich gebe es im gemeinsamen Europa auch Probleme, aber dennoch sei es ein Glück, dass man zusammenstehen könne, auch in den schwierigen Zeiten, in denen sich Spanien derzeit befinde. Gemeinsam sei es möglich, Arbeitsplätze zu schaffen, (Jugend-)Arbeitslosigkeit abzubauen und Spanien aus der Krise zu führen.

Westerwelle, der seine Ansprache locker und frei hielt - “der Wind würde meine Blätter ohnehin wegwehen” - und bei den Anwesenden grossen Zuspruch fand, bestärkte zum Abschluss noch einmal, dass es bei dem Bau der Schule um mehr als um den Bau eines Gebäudes ginge. Es sei eine Investition in die Zukunft hinsichtlich Bildung, Forschung und Wissenschaft und daher freue er sich, bei diesem Festakt dabei sein zu dürfen.

Nach der deutschen und der spanischen Nationalhymne, die die Band der Schule, die während der ganzen Veranstaltung für die musikalische Untermalung sorgte, spielte, ging es zum eigentlichen Höhepunkt der Veranstaltung: eine Zeitkapsel, die bereits aus einem ehemaligen Schulgebäude stammte und in die symbolisch die ersten Seiten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie von “El Mundo” vom 24. Januar 2013, je ein Pen Drive mit dem Jahrbuch der Schule sowie den Plänen des Neubaus und je eine deutsche und spanische Euromünze gelegt worden waren, wurde von den Ehrengästen in den Grundstein gelegt. In ihr hatte man bereits eine Münze von 1905 sowie ein deutsches Siegel aus der damaligen Zeit gefunden. Bleibt zu hoffen, dass auch der neue Inhalt dieser Zeitkapsel viele hunderte Jahre Bestand haben möge und damit eine gute Basis für die Investition in die Zukunft gelegt wurde.

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