Mi casa es tu casa

15.09.2017 - Elisabeth Pranter 

Man sagt den Spaniern ja vieles nach: Sie seien unpünktlich, immer am Feiern und ohne die Siesta ginge gar nichts. Doch auch von der spanischen Herzlichkeit und Gastfreundschaft hört man oft – oder erlebt sie, so wie ich, am eigenen Leib.

 

Es waren nicht viele Male, die wir uns gesehen hatten, bevor mich meine Freunde aus Alicante zu sich eingeladen haben. Alles begann bei einer Interrailreise vor zwei Jahren, als der Zufall meine Freundin und mich gleich dreimal hintereinander auf die Spanier treffen ließ: Jedes Mal in einer anderen Stadt.

 

Heuer beschloss ich, dem Schicksal etwas nachzuhelfen. Ich fragte die Jungs, ob wir uns nicht treffen wollen – da ich nahe Alicante auf Urlaub war. Sie kamen nicht nur, sondern luden mich auch geradewegs ein, doch ein Wochenende zu Besuch zu kommen. Ich ließ mich nicht lange bitten und stand ein paar Wochen später tatsächlich bei ihnen auf der Matte.

 

Nicht einmal zwei Stunden nach meiner Ankunft war ich schon auf einer Grillparty und kannte alle ihre Freunde, die mich sofort freundlich aufnahmen und darauf achteten, dass mein Glas mit hausgemachtem Sangria und mein Teller immer gut gefüllt blieben. Der Rest der viel zu kurzen Zeit, die ich zu Besuch war, war gespickt von weiteren Highlights wie Strandspaziergängen, Schnorcheln und nicht zuletzt der besten hausgemachten Paella, die mir die Burschen zum Abschied auftischten!

 

An den Vorurteilen mag wohl ein bisschen etwas dran sein – wer hat nicht schon einmal eine halbe Stunde auf einen spanischen Freund gewartet, und beim spanischen Sommer kann man auch das mit dem Feiern und der Siesta gut nachvollziehen. Aber ganz ehrlich: Nicht alle Deutschen, Schweizer und Österreicher sind immer pünktlich, und mit Oktoberfest und Bällen verstehen wir auch recht viel vom Feiern – und ein Nickerchen hie und da halten wir wohl alle. Bei Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Spanier hingegen könnten wir uns vielleicht noch etwas abschauen!

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