SERIE: Deutschsprachige Unternehmer in Katalonien - Madeleine Recknagel

23.03.2009 -  

1. Was macht Ihr Unternehmen?
Als Lifestyle Consultants- und Serviceagentur sorgen wir uns persönlich um die komplette Betreuung im privaten und beruflichen Bereich - von Hotel & Restaurant Reservierungen, Firmengeschenken, VIP-Service, Limousinen- & Shuttleservice, professionellen Übersetzern, Grafischen Designern über Betreuung, Organisation & Koordination in den Bereichen “Messe/Tagung/Kongress & Events”.
Als Persönliche Assistenten stehen wir jederzeit mit Rat & Tat zur Verfügung, nach dem Motto: “Don’t sweat the small stuff”

2. Wie entstand Ihre Unternehmensidee?
Die Idee entstand, als ich als Direktorin für das südafrikanische Team beim America's Cup das Hospitality Boat managte. Ich kannte das Konzept schon aus meiner Zeit in den USA und fand, dass es dafür eine Marktlücke gab.

3. Warum in Katalonien?
Barcelona ist eine Stadt mit ausgezeichnetem Ruf für Kunst, Architektur, Cuisine und ist natürlich auch sehr bekannt für die Messen & Kongresse, welche hier jährlich stattfinden. Obendrein haben wir ein schönes mediterranes Klima, welches Veranstaltungen das ganze Jahr über zulässt.

4. Was war für Sie das größte Problem am Anfang?
Das Konzept “Concierge” ist in Spanien relativ neu und dadurch ist viel Unverständnis bei der Gründung der Firma entstanden. Natürlich haben wir einen Markt mit Zukunft entdeckt, jedoch ist es schwierig, das Interesse der Lieferanten, Partner und Teilzeitkräfte für einen gehobenen Service an sich zu binden. Vor allem im Bereich Sprachen gibt es hier viele Probleme.

5. Sprechen Sie Katalanisch?
Da ich erst seit einem Jahr hier lebe, sehr wenig, aber ich verstehe es gut. Unsere Kunden sind jedoch ausländische Firmen mit Sitz in Barcelona oder Geschäftsleute, welche aus dem Ausland beruflich nach Katalonien kommen.

6. Die meisten geschäftlichen Kontakte entstehen wo?
Mund zu Mund-Propaganda, Networking-Veranstaltungen, Messen und auf Reisen.

7. Wie wirkt sich die verordnete Zweisprachigkeit auf Ihre Firma aus?
Kein Problem.

8. Was raten Sie jemandem, der hier eine Firma gründen will?
Sich gut zum Thema Firmengründung zu informieren und das nötige Startkapital mitzubringen, da es sehr schwierig ist, von Banken einen Kredit zu bekommen. Auf alle Fälle Networking-Veranstaltungen zu besuchen, um Gleichgesinnte kennenzulernen, welche schon mehr Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt haben.

9. Welcher Unterschied zu Deutschland fällt Ihnen hier am meisten auf?
Da wir im Dienstleistungssektor tätig sind, fällt uns besonders der Unterschied auf, was die Spanier unter VIP-Service oder Luxusstandard verstehen. Es wird viel von VIP gesprochen, aber sie haben noch nicht gelernt, das nicht nur der Preis eine Rolle spielt, sondern auch der Service, welchen man mitverkauft. Hier stimmt oft das Preis-Leistungsverhältnis nicht. Es gibt sehr viel Unkenntnis zum Thema Servicequalität und Respekt dem Kunden gegenüber.

10. Was mögen Sie besonders an den Katalanen?
Ihre Offenheit und ihre Lebensfreude.

11. Gibt es etwas, das Sie hier stört?
Das “nicht-vorhandene” Interesse an der Arbeit.

12. Sagen Sie uns einige deutsche Marotten, die Sie nicht ablegen können?
Disziplin & Pünktlichkeit.

13. Können Sie ein Restaurant/ Bar empfehlen?
Qvid, Cal Xim (exzellente Weinkarte), La Dida, El Gran Café, Mirador de la Venta Cocktailbar: Mirablau & Brown 33 (Passeig de Gracia).

14. Haben Sie eine Hotelempfehlung?
Hotel AB Skipper, Hotel Pulitzer, Hotel Banys Oriental, Avenida Palace.

15. Was ist Ihr liebster Platz in Barcelona?
Jardins Eduard Marquina (Turó Park), Ciutadella Park.

16. Was vermissen Sie aus der Heimat?
Deutsche Bäckereien, Freundinnen, Wälder, …



Das Gespräch führte:

Stefanie Claudia Müller

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