Wie bekommt man als Ausländer seinen „Borrador“ auf der Webseite des spanischen Finanzamtes?

23.05.2019 - Philipp Dyckerhoff 

Am 30. Juni ist wieder die Abgabefrist für die Einkommenssteuererklärung in Spanien. Aufschub, wie man ihn aus Deutschland kennt, bekommt man beim spanischen Finanzamt gar nicht – es handelt sich also um einen festen Termin!

 

Um auf den „borrador“, also den Entwurf der Steuererklärung, im Internet zugreifen zu können, gibt es verschiedene Wege:

-    Digitales Zertifikat

Dieses ist praktisch ist, wenn man es einmal hat. Um es zu erhalten, braucht man allerdings etwas Geduld, man muss nämlich erst zu einer Behörde gehen, um es zu beantragen. Außerdem läuft es nach zwei Jahren ab und man muss es daher regelmäßig verlängern.

 

-    „ClavePIN“

Über das Smartphone gesteuert. Dieses Verfahren kann man online beantragen. Man erhält einen Zugangscode per Post, kann durchaus eine Woche dauern, bis dieser ankommt.

 

-    „Referencia“

Dies ist der einfachste Weg insbesondere für diejenigen, die außer bei ihrer jährlichen Einkommensteuererklärung keinen weiteren Internet-Kontakt mit spanischen Behörden haben. Man erhält die „Referencia“ auf der Webseite des spanischen Finanzamtes (https://www.agenciatributaria.gob.es/AEAT.sede/tramitacion/G229.shtml). Bisher brauchte man dafür die NIE und dann den Wert eines bestimmten Feldes der Steuererklärung des Vorjahres (das benötigte  Feld erfährt man bei Beantragung der „Referencia“). Diejenigen, die ihre Steuererklärung zum ersten Mal machen, müssen statt dieses Wertes die vier letzten Ziffern ihrer spanischen IBAN eingeben.

 

ABER: seit diesem Jahr gibt es eine Neuerung: Man muss nun zusätzlich die „número de soporte“ angeben. Diese findet man auf seinem NIE-Dokument, kann aber je nach Ausgabe variieren. Informationen dazu gibt es hier.

 

Man muss bei der Eingabe der „número de soporte“ den Buchstaben „E“ oder „C“ voransetzen und zwischen Buchstaben und Nummer dann noch so viele Nullen auffüllen, dass man auf insgesamt 9 Stellen kommt. Soweit die schon etwas komplizierte Erklärung. Eigentlich sollte man erwarten können, dass die Programmierer die Webseite so programmieren, dass die „número de soporte“ auf jeden Fall erkannt wird. Nun ja, das kommt dann vielleicht in der Version 2.0!

 

Aber es kommt noch besser: wenn man nun seine „número de soporte“ entsprechend der Vorgaben eingibt, erhält man u.U. die folgende Rückmeldung: „El número de soporte indicado es distinto al que consta en el sistema. Revíselo y en caso de ser correcto vuelva a intentarlo pasados unos minutos”

 

Tja, und nun? Wenn man es also brav nach ein paar Minuten nochmals versucht, mit der gleichen, richtigen Nummer, erhält man die gleiche Meldung. Wenn man es zu häufig versucht wird man „bestraft“ und muss einen Tag warten, bis man es wieder versuchen darf.

 

Die Lösung liegt aber ganz anders: das kam dem Autor Spanisch vor und so hat er in seiner Verzweiflung etwas quergedacht und statt des Großen „C“ mal ein kleines „c“ eingegeben. Und tatsächlich hat es funktioniert. Besonders interessant ist, dass man auch zuerst ein kleines „c“ eingeben kann, mit der gleichen Fehlermeldung wie oben und dann ein großes „C“ und dann funktioniert es auch. Ob sich hier die Programmierer einen Scherz erlaubt haben? Oder den Auftrag hatten, solche „Schikanen“ einzubauen, damit mehr Leute den Termin 30.6. nicht halten können und dann Strafen zahlen müssen...?! Oder ob hier Entwickler am Werk waren, die noch im Zeitalter des Internet 0.5 leben?

 

Spielt keine Rolle. Diejenigen, die diesen Artikel gelesen haben, können jedenfalls triumphieren...!

 

Philipp Dyckerhoff (pdy@pecuniaconsult.com)

 

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