Achtung vorm Kauf im Internet!

08.02.2009 - Florian Hahnl - Schüler 

Ich stellte vor einigen Monaten mein Motorrad bei mobile.de ins Internet. Mein angegebener Preis war 3400 Euro. Direkt in der ersten Woche meldete sich ein Engländer via email bei mir.  Sein Name war Mr. Cooper Park. Er gab sich als Gebrauchtwagenhändler von Autos und Motorrädern aus und sagte, dass er unbedingt mein Motorrad für den Preis kaufen will. 

Daraufhin meldete er sich anderthalb Wochen nicht. Ich schrieb ihm mehrere emails, da ich noch mehrere Interessenten hatte. Nach einer Woche meldete er sich und entschuldigte sich wieder, dass er es vergessen hätte und es ihm sehr leid tun würde. Er machte mir ein noch besseres Angebot, da ich das Motorrad nun für ihn zurückgestellt hatte: 3500 Euro. 

In einigen emails haben wir dann besprochen, wie es weiter ablaufen sollte. Er wollte mir einen Scheck schicken, der allerdings die Höhe des Kaufbetrages des Motorrades überschreiten würde. Ich sollte das Geld, was ich für mein Motorrad brauchen würde zurücklegen und den Rest seinem Transporteur (Namens John Bull) schicken. Seine Begründung war, dass es billiger sei. Der Versand des Schecks hatte sehr lange gedauert, ca. drei Wochen habe ich darauf gewartet. Immer wieder meinte er, dass er das Geld noch nicht hätte. 

Dann kam der Scheck endlich an. Es war ein Scheck, den ich unterzeichnen musste. Ich fragte meine Bank, wie es aussähe mit dem „Platzen des Schecks“. Sie gaben mir die Information, dass es ein Auslandsscheck sei und dass dieser eine 10-Tagefrist hätte. Nach den 10 Tagen könnte der Scheck nicht mehr platzen. Der Engländer meldete sich immer wieder und meinte, ob der Scheck überwiesen sei. Ich sagte ihm das ich bis zum 9.10.2006 warten müßte, dann könnte ich John Bull( Transporteur) das restliche Geld (2900 Euro) zuschicken! 

Nach Ablauf der 10 Tage ging ich in meine Sparkasse, um das Geld abzuheben! Da ich ein wenig Bedenken hatte, hatte ich gefragt, ob ich mein Konto sperren lassen sollte und ob der Engländer an mein Geld kommen kann. Sie sagten mir, das absolut niemand an mein Konto kommt und wenn ja würde das Geld sofort wieder zurück überwiesen. Also vertraute ich der Bank und ging mit den 6400 Euro in der Hand nach Hause. Ich schrieb Mr. Cooper, dass ich nun das Geld bekommen habe und jetzt zu John Bull schicken werde. 

Also ging ich zur Postbank( Western Union Money Transfer) und schickte 2900 Euro zu der angegeben Adresse von John Bull. Danach sollte ich Mr. Cooper anrufen und ihm die Versendungsnummer schicken.! Dies habe ich auch alles gemacht! Nach ca. 1 Stunde rief er mich an und meinte, dass es ein Problem mit dem Transporteur gebe und ich sollte weitere 2000 Euro zu ihm schicken! Dazu sagte ich einfach „ NO“! Ich werde keine weiteren 2000 Euro zu ihnen schicken! Da drauf hin wurde er sehr sauer und wollte, nachdem ich gesagt habe, dass die Polizei und Anwalt schon Bescheid wissen, nichts mehr mit mir zu tun haben. Er wolle nun seine restlichen 3500 Euro zurück. 

Dies erzählte ich meinem Vater, da ich noch 17 Jahre alt war! Dieser rief sofort unsere Rechtschutzversicherung an, die meinte, dass er nicht von dem Kaufvertrag zurücktreten kann, da ich ihm keinen triftigen Grund dafür gegeben habe.Am nächsten morgen schickte er mir wieder eine e-Mail wo seine Adresse drin stand, und ich solle ihm heute noch das Geld schicken. Ich rief meine Sparkasse an und ließ mein Konto sperren. Nun fuhr ich nach Olpe zu Western Union und schickte ihm die restlichen 3500 Euro. Dies stellte sich als Fehler heraus. 

In der Zwischenzeit rief meine Bank bei mir zu Hause an und sagte meiner Mutter, dass der Scheck auch noch innerhalb weiteren 10 Tagen platzen könnte. Meine Mutter hatte mich nun auf mein Handy versucht zu erreichen. Als ich dann die Nachricht in Olpe erfahren hab, war das Geld schon auf dem Weg zu dem Betrüger! Meine Mutter war sehr besorgt und hat es geschafft, den Geldtransfer von den 3500 Euro zu stoppen, sodass ich es wieder abholen konnte! Ich fuhr dann mit meinem Vater zu der Postbank und holte das Geld zurück und ging danach zu meiner Sparkasse und Versicherung. 

Die Sparkasse sagte mir, dass ich jetzt nur abwarten muss, ob der Scheck platzt. Dieser Fall ist dann auch 4 Tage später eingetroffen. Der Scheck ist geplatzt und mein Konto wurde auf - 6400 Euro belastet. Da ich noch die 3500 Euro hatte, lag ich nun auf einem Berg von 2900 Euro Schulden. Und das alles wegen einem Betrüger und einer Fehlinformation der Sparkasse. Mein Vater legte Widerspruch ein und versuchte das Geld entweder von der Sparkasse oder von Western Union zurückzubekommen. 

Ich war in der Zeit, als ich das Geld versendet habe noch keine 18 Jahre alt und noch nicht voll geschäftsfähig! Die Bank hat sich nun einen Fehler eingestanden und gab mir 80 Prozent des Verlustes zurück! Dies waren ca. 2300 Euro. Die restlichen 600 Euro verlangte mein Anwalt von der Postbank zurück. Der Ausgang ist noch ungewiss. Eine Anzeige gegen den Engländer war sinnlos, da alle Daten gefälscht waren und der Scheck von einem Hospital geklaut! 

Man muss wirklich verdammt aufpassen beim virtuellen Kauf bzw. Verkauf. Ich habe Glück im Unglück gehabt, da ich noch 18 Jahre alt war und somit die Banken sich ihren Fehler eingestehen mussten. Nun habe ich mein Motorrad einem Jungen aus  Iserlohn verkauft, in der wirklichen Welt, von Gesicht zu Gesicht. 

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