Unsere Nationalmannschaft ist der FCB

28.06.2008 - Jenna Steenken - Journalistin 

Das war bereits vor zwei Jahren so und so ist es dieses Mal wieder. Hinge der Spielplan nicht sorgfältig ausgefüllt an unserem Kühlschrank und läse man keine Zeitungen, bekäme man von der laufenden Fußball Europameisterschaft in Katalonien nichts mit. Es gibt keine mit spanischen Flaggen geschmückten Autos oder Häuser, tönen keine vereinenden Jubelschreie aus Kneipen und Wohnzimmern, und Menschen in Spanien-Trikots oder sonstigen Bekenntnissen zur Nationalmannschaft sind meist ausländische Touristen.

Spielt das spanische Team, gehen die ansonsten so Fußball begeisterten Katalanen lieber zum Frisör oder mit ihren Kindern auf den Spielplatz. Sie wissen kaum, wie Spanien spielt, es ist ihnen einfach egal. Sie demonstrieren dieses Desinteresse sehr öffentlich, denn ihre Nationalmannschaft ist und bleibt der FC Barcelona. Und da kann auch die Tatsache, dass mit Puyol, Xavi und Iniesta drei Leistungsträger maßgeblich zum Erfolg der spanischen Nationalmannschaft beitragen, nicht dran rütteln. Im Gegenteil, in den Augen vieler Katalanen sind diese Spieler Verräter an ihrem wahrhaftigen Nationalstaat, an Katalonien.

Trotz allem, steckt der jetzigen Erfolg vielleicht doch den einen oder anderen Hardliner an. Zumindest wird hier keiner müde zu betonen, dass als Spanien vor 24 Jahren das letzte Mal in einem Finale stand, ebenfalls drei Barca Spieler mit von der Partie waren. Das kann einem nur so wichtig sein, wenn man auch ein wenig stolz darauf ist...
Ich hoffe auf jeden Fall, dass die Spanier morgen gewinnen. Vielleicht ist der Fußball wie vor zwei Jahren in Deutschland in der Lage, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken und dem extremen Regionalismus wie er hier gerne zelebriert wird, entgegen zu wirken.

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