SERIE: Deutsche Unternehmer in Spanien: Psychotherapie- Praxis Nadine Rutow

18.02.2020 - Interview geführt von Spanien auf Deutsch 

 1. Was macht Ihr Unternehmen?

Ich biete Psychotherapie auf Deutsch, Spanisch und Englisch an. Ich bin Psychologin und ausgebildete systemische und humanistische Therapeutin und arbeite mit Paaren, Familien und in Einzeltherapie.

 

2. Wie entstand Ihre Unternehmensidee?

Lange Zeit habe ich angestellt in einem anderen Zentrum gearbeitet und mit dem Gedanken geliebäugelt, meine eigene Praxis aufzumachen. D.h., letztendlich genau das selbe zu machen wie vorher, aber selbständig. Bis ich dann den Mut zusammengefasst habe und den Schritt gegangen bin, nachdem der Gedanke immer mehr gereift war.

 

3. Warum haben Sie sich in Katalonien/Spanien niedergelassen?

Ich lebe und arbeite seit 2004 in Barcelona, also war es der nächstliegendste Schritt.

 

4. Was war für Sie größte Herausforderung zu Beginn?

Der Gedanke der Selbständigkeit an sich. Also zu wissen, dass ich jetzt auf mich selbst gestellt bin und alle Verantwortung dafür übernehmen muss: logistisch, finanziell, steuerlich usw.

 

5. Sprechen Sie Katalanisch/Spanisch?

Ja, beides.

 

6. Wo entstehen die meisten geschäftlichen Kontakte?

Ich habe mir in den vielen Jahren in Barcelona ein gutes Netzwerk aufgebaut, v.a. über Weiterbildungen und professionelle

Kontakte.

 

7. Wie wirkt sich die verordnete Zweisprachigkeit auf Ihre Firma aus?

Da ich beide Sprachen spreche, ist das kein Problem. Meine Zielgruppe ist jedoch eher deutschsprachig.

 

8. Was raten Sie jemanden, der in Katalonien/Spanien eine Firma gründen will?

Sich gut über allen wichtigen Schritte zu informieren (bei Hacienda, der Seguridad Social etc.) und professionelle Netzwerke zu nutzen (in meinem Fall der Pychologenverband). Keine Scheu davor, nach Hilfe zu fragen!

 

9. Welcher Unterschied zu Deutschland fällt Ihnen hier am meisten auf?

Das finde ich schwer zu beurteilen, da ich schon so lange in Barcelona lebe. Das Lebensgefühl ist anders, allerdings gibt es für neue Unternehmer*innen auch recht wenig Unterstützung.  

 

10. Was mögen Sie besonders an den Katalanen/Spaniern?

Die Flexibilität und dass das Leben sich viel mehr draußen abspielt als in Deutschland. Die Offenheit für Veränderungen und die Vielfältigkeit der Stadt.

 

11. Gibt es etwas, das Sie hier stört?

Mich stört nach wie vor Unverbindlichkeit und Unpünktlichkeit, im privaten sowie im beruflichen Bereich.

 

12. Nennen Sie uns einige deutsche Marotten, die Sie nicht ablegen können.

Fahrradfahren, wann immer es geht.

 

13. Können Sie ein Restaurant/ Bar empfehlen?

Ich mag das Petit Bangkok in Gràcia sehr gern.

 

14. Haben Sie eine Hotelempfehlung?

Auf diese Frage habe ich leider nie die passende Antwort...

 

15. Was ist Ihr liebster Platz in Barcelona?

Meine liebsten Plätze in Barcelona sind eher außerhalb der Stadt: der Collserola z.B. Ich liebe die Natur um Barcelona herum.

 

16. Was vermissen Sie am meisten aus Ihrer Heimat?

Freunde und Familie, mehr Ruhe und mehr Grün in der Stadt.

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