Touristensteuer: die Balearen bitten Urlauber zur Kasse

07.07.2016 - 0 

Beschlossen wurde sie vom Parlament schon länger, jetzt ist sie in Kraft getreten: die Touristensteuer auf den Balearen. Seit 1. Juli müssen Mallorca-Urlauber die umstrittene Abgabe zahlen. Sie gilt aber auch für alle anderen balearischen Inseln - also für Ibiza, Menorca und Formentera. Urlaub auf den spanischen Inseln wird ab sofort also teurer.

 

Die Höhe der Touristensteuer ist nach der Art der Unterkunft gestaffelt. Der Höchstsatz von zwei Euro pro Nacht und pro Person wird in Fünf-Sterne- und Vier-Sterne-Plus-Hotels sowie in Appartements der 4-Schlüssel-Kategorie erhoben. Am unteren Ende der Liste stehen die Pensionen, Campingplätze, Herbergen und Berghütten mit je 0,50 Euro. Diese Sätze gelten für die Hochsaison von Anfang Mai bis Ende Oktober. In der Nebensaison von Anfang November bis Ende April reduzieren sich die Beträge auf jeweils die Hälfte. Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren wird die Abgabe nicht berechnet. Auch Passagiere von Kreuzfahrtschiffen werden zur Kasse gebeten. Theoretisch müssen auch all diejenigen zahlen, die Privatwohnungen oder -häuser mieten. Die meisten dieser Immobilien sind allerdings oft nicht als Ferienunterkunft angemeldet.

 

Nach dem aktuellen Stand der Dinge zahlen die Urlauber bei Ankunft im Hotel an der Hotelrezeption. Nach den Plänen der Regierung soll das auch so bleiben. Die Reiseveranstalter weisen beim Buchen auf die Gebühr hin, bezahlt wird sie aber erst in der jeweiligen Unterkunft am Urlaubsort. Die Betreiber haben verschiedene Möglichkeiten, sie anschliessend an das Finanzamt abzuführen.

 

Mit den Einnahmen von geschätzten 50 bis 80 Millionen Euro jährlich will die Balearen-Regierung Umweltprojekte und den nachhaltigen Tourismus fördern. “Die Besucher werden dazu beitragen, das Paradies der Balearen zu erhalten“, sagte der Tourismusminister Biel Barceló. Im Moment stosse die Insel bei der Aufnahme der Urlaubermassen nämlich an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Genaue Details über die Verteilung der Touristenabgabe gibt es jedoch nicht. Die regierende Koalition von drei Linksparteien hat sich zwar auf einen Kompromiss geeinigt hat - der nach Ansicht von Branchenexperten allerdings ausgerechnet die Antwort auf die Frage schuldig blieb, wozu die Einnahmen dienen sollen.

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