HINTERGRUND: Viel Glück für das neue Jahr - da dürfen Trauben nicht fehlen!

31.12.2012 - 0 

In Deutschland ist Bleigiessen zu Sylvester Tradition wie “Dinner for one” oder Krapfen. Gerne orakelt man über Bedeutung und Aussehen der gegossenen Figuren oder Muster, rätselt, ob sie Glück, Pech oder sogar grosses Unheil bringen. Doch wie heisst es so schön: Andere Länder, andere Sitten! Ein Jahresausgang in Spanien ist ohne die “uvas de la suerte” (Glückstrauben) einfach undenkbar. Sie sind das Wichtigste an der ganzen Sylvesterfeier.

Der Brauch des Traubenessens geht angeblich auf das Jahr 1909 zurück: Damals fiel die Weinernte so üppig aus, dass jemand auf die Idee gekommen sei, den Traubenberg auf diese Weise abzubauen. So praktizieren alle Spanier, ob zu Hause oder auf der Straße, an Silvester den besonders reizvollen Brauch des Glückstrauben-Verzehrens: Zu jedem der zwölf mitternächtlichen Glockenschläge, die das neue Jahr einläuten, muss eine Weintraube gegessen und sich dabei etwas gewünscht werden. Bis zum zwölften Glockenschlag müssen alle Trauben verzehrt sein. Wenn man alles richtig macht, werden sich alle zwölf Wünsche erfüllen, sonst riskiert man Unglück im neuen Jahr.

Massgebend ist dabei die Turmuhr des Sitzes der Madrider Regionalregierung auf dem zentralsten Platz Madrids, der “Puerta del Sol”. Hier versammeln sich die Feiernden und wer nicht direkt hier sein kann, der schaltet kurz vor Mitternacht den Fernseher an - wie etwa 99 Prozent der Spanier. Die Schläge der Rathausglocke sind landesweit live im Fernsehen mitzuverfolgen. Elegant gekleidete Moderatoren geben das Signal, dann haben die Kameras nur noch die Turmuhr im Bild. Dabei hallt ein Schlag nicht pro Sekunde, sondern alle drei Sekunden. Der Countdown bis Mitternacht fängt demnach nicht zwölf, sondern 36 Sekunden vor Anfang des neuen Jahres an. Dies hat seinen Grund: In den letzten Jahren gab es viele Erstickungstote zu beklagen, die sich beim schnellen Glückstrauben-Essen verschluckten.

Wollen Sie dieses Jahr auch Ihr Glück herausfordern? Dann hier noch ein Tipp: Für die, die Sorge haben, dass sie die Trauben nicht rechtzeitig aufgegessen haben, hat sich die Lebensmittelindustrie vor einigen Jahren etwas Neues einfallen lassen: In Dosen verpackte Weintrauben! Zwölf Stück liegen geschält, ohne Kerne in der Konserve und kosten etwa happige 2,50 Euro. Doch das sollte Ihnen ein Jahr voller Glück doch durchaus Wert sein, oder?

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