BERLIN: Deutschland initiiert europäischen Pisa-Test für Lehrlinge

22.02.2010 - Valerie Möhring, AHK Spanien 

Das Bundesbildungsministerium plant einen internationalen Pisa-Test für Lehrlinge. Auf deutsche Initiative hin haben sich acht europäische Staaten zusammengeschlossen, um die Qualität ihrer beruflichen Ausbildungen zu messen. Bei dem Projekt soll ermittelt werden, was Azubis in ihrem Arbeitsalltag tatsächlich können. Dazu sollen sie am Ende ihrer Ausbildung und drei bis vier Jahre danach geprüft werden. Starten wird das Projekt in den Berufen Kfz-Mechatroniker, Industriekaufmann, Altenpfleger und Elektroniker für Betriebs- und Gebäudetechnik beziehungsweise Automatisierungstechnik.

Wissenschaftler entwickeln derzeit Methoden, wie die Berufseinsteiger in den unterschiedlichen Ländern unter vergleichbaren Bedingungen getestet werden können. „Die Aufgaben sind wesentlich komplexer als bei der Schul-Pisa-Untersuchung“, sagt Martin Baethge vom Soziologischen Forschungsinstitut an der Georg-August-Universität Göttingen, der das Bildungsministerium berät. Die Experten stehen vor der Herausforderung, trotz teilweise sehr unterschiedlicher Ausbildungsinhalte ein faires Prüfverfahren zu erstellen. Baethges Team entwickelte in den vergangenen Monaten Tests, in denen die Berufsanfänger per Computer-Simulation geprüft werden. In einem virtuellen Büro oder einer virtuellen Autowerkstatt müssen sie alltägliche Aufgaben erfüllen.

Mit einem Pisa-Test für Azubis sollen nichtakademische Berufsausbildungen in Deutschland mit ähnlichen Ausbildungen in anderen Staaten an Hochschulen vergleichbar machen gemacht werden. Ziel ist unter anderem, dass auch Lehrlinge künftig verstärkt Teile der Ausbildung im Ausland absolvieren. So sollen die Ergebnisse auch bei der grenzüberschreitenden Anerkennung von Berufsabschlüssen helfen. Derzeit geht es oft nach rein formalen Kriterien, Deutschland entstehen dabei häufig Nachteile. Denn für viele Berufe, die hier in dualer Ausbildung erlernt werden, existieren in anderen Ländern Fachhochschul-Studiengänge, was jedoch nichts darüber aussagt, ob die Absolventen dort mehr können.

Die EU und auch die OECD, die die Pisa-Schulstudie durchführt, zeigen bereits großes Interessen an der neuen internationalen Initiative. Anfang 2010 kann die europäische Ausschreibung für das Projekt starten. Ergebnisse liegen voraussichtlich im Jahr 2013 vor. Neben Deutschland beteiligen sich Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Österreich, die Schweiz und Slowenien.

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