Neuerungen bei Nachnamen in Spanien

13.09.2017 - Elisabeth Pranter - MfD & BfD 

Dass die Spanier zwei Nachnamen haben, ist weithin bekannt: Dadurch gibt es zwar unendlich viele Kombinationen, doch einige wenige Namen, die dominieren. Ein neues Gesetz, das die spanische Regierung diesen Sommer erlassen hat, soll nun für mehr Abwechslung in der Namenslandschaft sorgen.

 

Systemänderung: Nachname der Mutter gleichrangig

Bisher bekamen Neugeborene automatisch den ersten Nachnamen des Vaters an erster und den ersten Nachnamen der Mutter an zweiter Stelle zugewiesen. Doch das ist nun Geschichte: Seit 30. Juni dürfen die Eltern innerhalb von drei Tagen entscheiden, welchen der beiden Namen das Kind an erster Stelle trägt.

 

Zwar war es bereits seit einer Novelle im Ende der 90er möglich, den Nachnamen der Mutter als ersten auszuwählen, allerdings musste dafür bis jetzt extra ein Antrag gestellt werden. Der Nachname des Vaters wurde automatisch nach vorne gereiht, wenn kein anderslautender Antrag der Eltern vorlag. Nun müssen sich die Eltern einigen bzw. rechtzeitig die gewünschte Reihenfolge bekanntgeben. Ansonsten entscheidet nach Ablauf der Frist ein Beamter darüber, wie der Nachname des Kindes lauten wird.

 

Durch die neue Änderung soll Statistikern zufolge nun mehr Namensvielfalt herrschen. Denn in Spanien gibt es so viele Personen mit demselben Nachnamen wie in keinem anderen Land: Mehr als drei Millionen Spanier tragen den Namen García, sehr häufig sind auch González, Fernández und Rodríguez.

 

Schleppende Entwicklung

In der Praxis hapert es zurzeit allerdings noch beim Zuspruch: Bis jetzt wurde die neue Möglichkeit von den Spaniern nämlich noch nicht besonders oft in Anspruch genommen. Nur 346 der 71.674 in den Sommermonaten Juli und August geborenen Kindern tragen den Nachnamen der Mutter zuerst – das entspricht nur 0,4 Prozent.

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