HINTERGRUND: Spanien, das Weinland

26.02.2012 - Barcelona für Deutsche / Meike von Lojewski 

“Al pan, pan y al vino, vino” - dieser sprichwörtlichen Redensart bedienen sich die Spanier gern, wenn sie eine Sache ohne Umschweife beim Namen nennen wollen. Dass Brot und Wein in Spanien seit jeher elementare Bestandteile der Ernährung sind, gehört wie selbstverständlich wohl auch zu unserem Erfahrungsschatz über mediterrane Lebensart. Jeder, der in Spanien lebt oder hierher zu Besuch kommt, hat sicher einen Rioja, Valdepeñas oder anderen hiesigen Wein probiert und kann dieses Gefühl durchaus teilen.

Aber wer wusste, dass Spanien der Anbaufläche nach zu den grössten Weinländern der Welt gehört - und das bereits seit Jahren? Das liegt wohl unter anderem daran, dass die Geschichte des Weinanbaus hier schon auf drei Jahrtausende zurückblicken kann. Lange vor der römischen Eroberung erzeugten die Phönizier in einigen Teilen der Iberischen Insel Wein. Im grossen Stil erzeugten ihn aber erst die Römer und legten somit den Grundstein für die heutige Bedeutung spanischer Weine weltweit.

Es gibt in Spanien keine Provinz, in der kein Wein angebaut und vermarktet wird. Fast alle weisen Gebiete mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung aus (D.O., d.h. “Denominación de Origen”). Die ersten D.O. wurden in den dreissiger Jahren in Andalusien ausgewiesen, die Rioja folgte 1947. Allerdings ist und war der Qualitätsstandard in den verschiedenen Provinzen natürlich denkbar verschieden. Daher gibt es in Spanien ein Weinrecht, das Richtlinien zur Klassifizierung, zur Qualitätskategorie, zur Herkunftsbezeichnung, zur Kellertechnik und vielem mehr beinhaltet.

Vervollständigt werden diese Vorschriften durch Angaben über den Alterungsprozess. Jungweine, die normalerweise kein Holzfass von innen sehen und im Jahr nach der Ernte verkauft werden, hören auf die Bezeichnung “Joven”. Für den Ausbau der beiden nächsten Stufen, “Crianza” und “Reserva”, gibt es ebenfalls exakte Regeln. Der Unterschied liegt in der Dauer der Reifezeit in Barrique und Flasche: Während eine “Crianza” lediglich zwei Jahre Reifezeit benötigt, müssen Reserva-Weine mindestens drei Jahre Reife hinter sich haben (“Gran Reserva” sogar fünf).

Wie immer lässt sich auch beim Wein über Geschmack streiten. Aufs Ganze gesehen gehören die spanischen Weine aber sicher zu den interessantesten auf dem internationalen Markt. Probieren Sie ihn! Sie werden sehen, dass er in Stil, Persönlichkeit und Eigenart so einmalig ist wie das Land, aus dem er kommt!

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