Das Who is who? des Turrón

02.01.2016 - Meike von Lojewski / Madrid und Barcelona für Deutsche 

Turrón - die beliebte spanische Spezialität aus Mandeln, Honig, Zucker und Eiklar hat jetzt wieder Hochkonjunktur. Die Turrónhersteller rechnen damit, in diesem Jahr die Rekordmenge von 60 Millionen Turróntafeln zu verkaufen. Dies sind drei Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Davon werden etwa 60 Millionen in Jijona und Alicante hergestellt. Somit ist das Turrón wieder einmal DIE Süssigkeit in der Weihnachtszeit, gehen davon doch in diesem Monat 89 Prozent der gesamten Jahresmenge über den Ladentisch.

 

In Spanien gibt es 29 wichtige Unternehmen, die in diesem Sektor tätig sind und mehr als 40 Turrónmarken herstellen. Laut den letzten Daten, die von “Infoempresa” 2014 erhoben wurden, belief sich deren gesamtes Jahresvolumen auf 400 Millionen Euro, was einen Wachstum von 6,46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die Top 3 sind Sanchis Mira S.A. mit den Marken AntiuXixona und La Fama, La Confitería Delaviuda S.A. mit Delaviuda Alimentación und Comercial Chocolate Lacasa S.A. mit Lacasa. Zusammen mit Cantalau (MDD) und Industrias Rodriguez vereinen sie 75 Prozent des ganzen Marktes auf sich.

 

Spitzenreiter unter allen Herstellern war 2014 also Sanchis Mira mit einem Jahresumsatz von mehr als 82 Millionen Euro. Das Unternehmen aus Alicante wurde 1863 gegründet und schloss sich 1966 mit drei anderen Turrónherstellern aus Jijona zu Sanchis Mira S.S. zusammen. Derzeit verfügt es über vier Produktionsstätten In Jijona und drei Logistikzentren in Madrid, Barcelona und Santander. Auch wenn es in mehr als 40 Ländern vertreten ist, so ist Spanien doch sein unbestrittener Hauptmarkt.

 

Confitería Delaviuda liegt auf Platz 2 mit einem Jahresumsatz von 75 Millionen Euro. Alles begann 1927, als Manuel López und María Rojas eine kleine Konditorei in der Provinz Toledo eröffneten, in der Süssigkeiten nach alter Tradition hergestellt wurden. 1939 stirbt Manuel, doch María beschliesst, das Geschäft weiter zu führen. Stück für Stück erweitert die Witwe ihren Kundenstamm und so erhält ihr Turrón seinen Namen: “de la Viuda” (deutsch: “von der Witwe”).

 

Mit immerhin noch 62 Millionen Euro belegt Comercial Chocolates Lacasa die dritte Position. Neben seinen beliebten Turrónsorten stellt das Unternehmen auch andere bekannte Süsswaren wie Lacasitos, Conguitos oder die Bonbons Mentolin her. In jedem Fall hat es sich aber seit seinen Anfängen vor 150 Jahren, als es in Jaca (Huesca) von Antonio Lacasa, dem Urgrossvater der derzeitigen Besitzer, gegründet wurde, auf die Produktion von Schokoladenwaren konzentriert.

 

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten und guten Appetit bei einem leckeren Turrón!

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