TIPP: Deutsche Kunst in Madrid: “Los espejos del alma. Paisaje alemán en el Romanticismo.”

28.12.2012 - Meike von Lojewski / Madrid für Deutsche 

Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus oder Adolf von Menzel: Sie sind drei der wichtigsten deutschen Maler der Romantik des 19. Jahrhunderts. Ihnen und einigen mehr widmet das “Museo del Romanticismo” bis zum 31. März 2013 die Ausstellung “Los espejos del alma. Paisaje alemán en el Romanticismo” (“Die Spiegel der Seele. Deutsche Landschaft in der Romantik”). 20 Zeichnungen und Aquarelle, die dem Museum als Sammlung vom Kunstpalast Düsseldorf zur Verfügung gestelllt wurden, verdeutlichen dabei die Schönheit dieses besonderen Kunstgenres.

Caspar David Friedrich, der am 5. September 1774 in Greifswald geboren wurde und am 7. Mai 1840 in Dresden starb, gilt als bedeutendster Maler und Zeichner der deutschen Früh-Romantik, die er wie kaum ein anderer Künstler beeinflusste. Seine Werke haben häufig Natur- und Landschaftsdarstellungen mit allegorischer, religiöser oder historischer Bedeutung zum Gegenstand. Er sagte einst: “Nichts ist Nebensache in einem Bilde, alles gehöret unumgänglich zum Ganzen, darf also nicht vernachlässigt werden. Wer dem Hauptteile seines Bildes nur dadurch einen Wert zu geben weiß, dass er andere, untergeordnete Teile in der Behandlung vernachlässigt, mit dessen Werk ist es schlecht bestellt. Alles muss und kann mit Sorgfalt ausgeführt werden, ohne dass jeder Teil sogleich sich aufdrängt.”

Carl Gustav Carus (am 3. Januar in Leipzig geboren und am 28. Juli 1869 in Dresden gestorben) war Arzt, Naturphilosoph und Maler. Er gilt als einer der vielseitigsten Universalgelehrten des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Sein Gesamtwerk wurde 2009/2010 in zwei von wissenschaftlichen Publikationen begleiteten Ausstellungen in Dresden und Berlin umfassend gewürdigt. Schon als Jugendlicher interessierte sich Carus für die Malerei. Seine Landschaften spiegeln das Lebensgefühl der Romantik wider. Beeinflusst wurde er stark von Caspar David Friedrich. Dieser brachte Carus im Jahre 1819 dazu, mit ihm auf die Insel Rügen zu reisen, deren „Urnatur“ ihn so stark beeindruckte, dass einige Motive wie die „Mondnacht bei Rügen“, „Eichen am Meer“ und „Hünengrab mit ruhendem Wanderer“ von diesen Eindrücken zeugen.

Der dritte im Bunde, Adolf von Menzel (geboren am 8. Dezember 1815 in Breslau; gestorben am 9. Februar 1905 in Berlin), war Maler, Zeichner und Illustrator. Er gilt auch als der bedeutendste deutsche Realist des 19. Jahrhunderts. Sein Werk ist außerordentlich vielfältig; bekannt und zu Lebzeiten hoch geehrt wurde er vor allem durch seine historisierenden Darstellungen aus dem Leben Friedrichs des Großen. So vollendete er 1850 mit der "Tafelrunde Friedrich des Großen in Sanssouci" eines seiner bekanntesten Darstellungen aus dem Leben des Herrschers. 1853 wurde er in die Königliche Akademie der Künste aufgenommen, seine Ernennung zum Professor und die Zugehörigkeit zum Senat seit dem Jahr 1875 dokumentieren den Erfolg des Künstlers. Die Krönung seiner künstlerischen Laufbahn erfährt Adolf von Menzel schließlich mit der Ernennung zum Ritter des Schwarzen Ordens und der Erhebung in den Adelsstand.

“Los espejos del alma. Paisaje alemán en el Romanticismo” - eine Reise ins 19. Jahrhundert mit sehenswerten Werken grosser deutscher Künstler zu sehen im “Museo del Romanticismo” (San Mateo 13). Dienstags bis samstags von 9.30 bis 18.30 Uhr sowie sonn- und feiertags von 10 bis 15 Uhr. Eintritt frei.

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