Wo die Vitamine wachsen: Gewächshäuser bei Almería

03.08.2017 - Elisabeth Pranter - MfD & BfD 

Egal ob in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder in Spanien: Wer in der Obst- und Gemüseabteilung auf das Etikett sieht, stellt fest, dass dort meist Spanien als Herkunftsland angegeben wird. Kein Wunder, denn ein Drittel des in der EU produzierten Obsts stammt aus Spanien, das mit 942 000 Hektar Agrarfläche der größte Obstanbauer in der Union ist (Quelle Eurostat). Vor allem Erdbeeren, Pfirsiche und Kirschen werden – neben Polen und Italien – meistens aus Spanien importiert.

 

Auch beim Gemüse zählt Spanien neben Italien zu den Top-Export-Ländern: Fast zwei Drittel aller Tomaten, die in der EU gezüchtet werden, stammen aus diesen beiden Ländern. In Spanien werden außerdem die meisten Gurken und Zucchini angebaut.

 

Ein großer Teil dieser Produkte stammt aus den Glashauskomplexen von Almería im Süden Spaniens. Die Gewächshäuser reihen sich dort auf einer enormen Fläche aneinander, die sogar von dem Weltall aus zu erkennen ist. Das „Mar de Plástico“, das „Plastikmeer“, erstreckt sich in der Provinz Almería über mehr als 30 000 Hektar.

 

Strom aus dem Glashaus?

Hortoinfo hat errechnet, dass ganz Andalusien für ein Dreivierteljahr mit Strom versorgt werden könnte, wenn die Dächer der Gewächshäuser mit speziellen Photovoltaiksystemen ausgestattet wären, die die University of Michigan 2015 entwickelte. Die transparenten Solarpaneele können Fenster oder andere Glasoberflächen – wie die Dächer der Gewächshäuser von Almería – in Energiequellen verwandeln.

 

Der Nachteil: Diese Aufsätze sind um ein Vielfaches weniger effizient als herkömmliche Photovoltaikanlagen. Allerdings zeigen die Berechnungen, dass durch die Anwendung dieser Technologie nichtsdestotrotz eine Leistung von 31 000 Millionen Megawattstunden pro Jahr erzielt werden könnte – was rund drei Viertel des Jahresverbrauchs von Andalusien entspricht (rund 42 Millionen Megawattstunden).

 

Illegaler Marihuanaanbau

In Almería werden übrigens nicht nur Tomaten, Gurken und Auberginen gezüchtet: In den letzten Jahren wurden vermehrt Fälle bekannt, in denen in einigen Gewächshäusern illegal Marihuana angebaut wurde.

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