NUTZWERT: Flug- und Busstrecke Madrid Barcelona bekommt Konkurrenz durch AVE

10.03.2008 - Deike Werner 

AVE (Alta Velocidad Española) ist das vom spanischen Zugunternehmen Renfe betriebene Hochgeschwindigkeitsnetz im Fernverkehr. Bis 2010 soll dieses Netz welweit das größte Hochgeschwindigkeitsnetz werden.

Die Strecke Madrid Barcelona oder v. v. wird nicht nur von Touristen viel befahren, sondern verbindet die zwei wichtigsten Städte im Land. Dementsprechend ist das tägliche Pendleraufgebot sehr hoch. 

Im Businessbereich wählte man oftmals die Verbindung mit dem Flugzeug, die nun aber durch eine kundenfreundlichere und unkompliziertere Abwicklung im Zugverkehr Konkurrenz bekommt. Im Bereich der Geschäftskunden sollen die Vorteile zum Flugverkehr bei den folgenden Punkten liegen: Annehmlichkeiten wie Arbeiten im Zug, Zentrumsnähe der Bahnhöfe und Pünktlichkeit. Auf dieser Strecke sollen täglich 20 000 Plätze zur Verfügung stehen und somit nie Platzmangel aufkommen. Vereinfachung des Buchungssystems: Einmal gebuchte Tickets haben eine Gültigkeit von einem Jahr und Platzzuweisung soll immer noch im letzten Buchungsmoment möglich sein. Einsparung von zwei Stunden Fahrtdauer pro Strecke; insgesamt liegen zwischen den beiden Städten 625 km, für die man nur noch 2,5 Stunden benötigen soll.

Der Preis pro Ticket wird bei 140 Euro im 1. Klasse-Bereich angesetzt. Besonders die Fluggesellschaft Iberia wertet dies als hohe Konkurrenz und hat daher den Einsatz kleinerer Flugzeuge in Planung. 

Auch im Privatkundenbereich wird dem Fahrenden ein sehr lukratives Angebot gemacht: Der niedrigste Preis einer Fahrtenstrecke liegt bei 40,55 Euro. Dieser Tarif ist aber nur über das Internet buchbar und zudem nur 14 Tage im Voraus. Strecken sind nur im „one way“-Verfahren zu buchen. Dies alles klingt sehr verlockend, lässt jedoch wenig Spielraum für spontane Reisen. Der Nachteil liegt bei allen Nicht-Internetusern: für sie gestalten sich die Tarife als ganz und gar nicht lukrativ.

Fazit: Die Flugstrecke bekommt nun echte Konkurrenz im Geschäftskundenbereich und verspricht ein angenehmes, schnelles Reisen. Auch Touristen haben einen Preis- und Geschwindigkeitsvorteil, jedoch müssen diese sich terminlich festlegen und mit dem Internet (zudem auf Spanisch) vertraut sein.

Mehr Informationen und zur Onlinebuchung: 
www.renfe.es

Kommentare (0) :

Artikel kommentieren
Artikel-Archiv
  • 07.03.2024 [Kommentare: 0]

    Spanien auf dem Weg zu sichereren und umweltfreundlicheren Straßen: Neue Regeln im Überblick

    Das Jahr 2024 bringt für Autofahrer in Spanien eine Vielzahl von Neuerungen im Straßenverkehr mit sich. Von der Einführung digitaler Dokumente bis hin zu Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität - die Veränderungen haben das Ziel, die Sicherheit zu erhöhen, die Umweltbelastung zu verringern und den Umgang mit Verkehrsangelegenheiten .. Artikel weiterlesen

  • 06.02.2023 [Kommentare: 2]

    Führerschein in Spanien

    Als EU-Bürger kann man in Spanien, genauso wie in anderen EU-Ländern, den Führerschein machen. Um sich für eine Führerscheinprüfung anzumelden, gelten bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen: • Mindestalter: 18 Jahre • Gültiger Personalausweis oder Reisepass • Nachweis über die Aufenthaltserlaubnis (NIE) in Spanien (mind. 6.. Artikel weiterlesen

  • 20.05.2022 [Kommentare: 0]

    Das neue Verkehrs- und Verkehrssicherheitsgesetz im Überblick

    Seit Ende April dieses Jahres hat sich einiges auf den Straßen Spaniens geändert – das neue Verkehrs- und Verkehrssicherheitsgesetz tritt mit schärferen Regeln und höheren Strafen in Kraft. Die vergebene Punktzahl bei Widrigkeiten schnellen in die Höhe, wie z.B. wenn man vom Mobiltelefon am Steuer Gebrauch macht oder es auch nur in der .. Artikel weiterlesen

  • 15.01.2018 [Kommentare: 0]

    Ummeldung eines Autos „zwischen“ Deutschland und Spanien

    Laut Zahlen von 2012 lassen jedes Jahr Bürger und Unternehmen in der EU etwa 3,5 Millionen Fahrzeuge in einem anderen Mitgliedstaat zu. Im Jahr 2012 begann ein Projekt, mit dem die EU-Kommission die Regeln zur Kfz-Zulassung in allen EU-Mitgliedsstaaten vereinheitlichen und vereinfachen wollte. Die EU-Kommission bezifferte das.. Artikel weiterlesen

  • 03.07.2017 [Kommentare: 0]

    Barcelona mit dem Smartphone entdecken: nützliche Apps für Alltag und Freizeit – Teil 1: Transport

    Längst nutzen wir das Handy für weit mehr als nur zum Telefonieren und Nachrichten schreiben. Beinahe täglich werden neue Programme und Funktionen für unsere intelligenten Smartphones entwickelt. Einige davon können für das Leben oder den Besuch in einer Großstadt wie Barcelona sehr nützlich sein. So sind sie etwa bei der Fahrt mit den.. Artikel weiterlesen

  • 22.05.2017 [Kommentare: 1]

    Die Zulassung von Blablacar in Spanien

    Weswegen wurde Blablacar in Spanien zugelassen? Spanische Busunternehmen forderten die Schließung von Blablacar, weil weder die Verantwortlichen der Plattform noch deren Nutzer die Vorschriften des Straßenverkehrsgesetzes (normativa de transporte terrestre) einhalten. Gemäß dieser Vorschriften bedarf es einer behördlichen Genehmigung, um.. Artikel weiterlesen

  • 13.01.2017 [Kommentare: 0]

    Madrid gewinnt europäischen Preis für innovative Mobilitätslösungen

    Der europäische Innovationspreis „Thinking Cities“, einer Auszeichnung für neuartige Maßnahmen zur Verbesserungen der urbanen Mobilität, ging kürzlich an die Stadt Madrid. Mit dem Preis, verliehen von der gleichnamigen Zeitschrift für Verkehrsprojekte sowie dem europäischen Städtenetzwerk Polis (European Cities and Regions Networking.. Artikel weiterlesen

  • 03.01.2017 [Kommentare: 0]

    Uber lanciert die Einführung von Elektroautos der Marke Tesla

    Haben Sie schon einmal von “Uber” gehört? Allen, die sich im Online-Dienstleistungsbereich auskennen, ist es sicher ein Begriff. Für alle anderen: Uber ist ein amerikanisches Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in San Francisco, das 2009 gegründet wurde. Es bietet in vielen Städten der Welt Online-Vermittlungsdienste zur.. Artikel weiterlesen

  • 07.12.2016 [Kommentare: 0]

    Barcelona: Neues Verkehrskonzept durch Superblocks

    Tagtäglich schieben sich Blechlawinen durch die Straßen Barcelonas und quälen die katalanische Hauptstadt mit enormer Luftverschmutzung und Autolärm.Als eine der am stärksten von Pendlerstaus betroffenen Städte Spaniens, hat die Stadt nun ein neues, ambitioniertes Verkehrskonzept erarbeitet, das den Verkehr in der Touristenmetropole b.. Artikel weiterlesen

  • 09.11.2016 [Kommentare: 0]

    Wie gut ist der öffentliche Nahverkehr? Grossstädte im Vergleich

    Jede Minute zählt, wenn man morgens versucht, den nächsten Bus oder Zug zu erwischen. Daher ist Moovit, erst vor knapp einem Jahr an den Start gegangen, genau das richtige Tool, um zu wissen, ob man noch Zeit hat für einen kurzen Kaffee auf dem Weg oder nicht. Denn weltweit ist Moovit die führende ÖPNV-App mit den umfangreichsten Daten.. Artikel weiterlesen