SERIE: Das arabische Reich in Spanien

25.02.2009 - Sabrina Bohl 

Die nach den Römern folgenden Westgoten konnten sich auf der Iberischen Halbinsel nur kurzfristig Autorität verschaffen und das durch die Krise der Römer entstandene Machtvakuum für sich nutzen. Im Jahr 711 hielten schlieβlich die Araber Einzug in Spanien. Ihre Herrschaft, die erst mehr als 700 Jahre später im Jahr 1492 zu Ende gehen sollte, hinterlieβ bis heute deutlich erkennbare Spuren in der spanischen Kultur.

So lässt sich etwa die führende Rolle Córdobas - die andalusische Stadt galt als das Zentrum des arabischen Reiches - angesichts der beeindruckenden Moschee (siehe Foto) auch heute noch erahnen. Aber auch viele andere Gebiete der Kunst und Architektur sowie die spanische Sprache selbst sind Zeugen dieser Blütezeit.

Unter arabischer Herrschaft entstanden zudem mehrere Kleinkönigreiche, auch "Taifas" genannt, deren oft wechselnde Herrscher und Kalifen ein besonderes Interesse an dem Fortbringen der Kultur hatten. Das Zusammenleben mit anderen Konfessionen gestalteten die Muslime dabei vorbildhaft. Auch wenn die Meinungen der Historiker diesbezüglich auseinandergehen, steht in jedem Fall fest, dass sowohl Juden als auch Christen ihre Religion unter den Arabern zunächst frei ausüben durften.

Während des Mittelalters entstand in Al-Andalus sogar eine der stabilsten und wohlhabendsten jüdischen Gemeinden; auch kleinere christliche Sekten fanden Zuflucht. Grundlage dieser scheinbaren Toleranz war ein islamisches Gesetz, das alle nicht zum Islam konvertierten Bürger als "dhimmi", zu Deutsch Schutzbefohlene, des islamischen Staates, anerkannte. Aber dieser Religionsfrieden sollte schon bald ein Ende finden. Mehr dazu nächste Woche auf diesem Portal!

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