NUTZWERT: Parc de l’Alba

14.12.2009 - Julia Macher 

Ein Teilchenbeschleuniger soll Katalonien und die Mittelmeerregion in die Zukunft katapultieren. Anfang des Jahres tritt das Synchrotron ALBA in Cerdanyola del Vallès in die Testphase, 2011 soll der reguläre Betrieb des nach Genf und Triest drittgrößten europäischen Teilchenbeschleuniger aufgenommen werden.

Erfüllen sich die Erwartungen, forschen in der riesigen schneckenförmigen Anlage im Parc de l’Alba dann 1 000 Wissenschaftler aus aller Welt. In Synchrotronen werden geladene Elementarteilchen oder Ionen auf 99,9 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und können dann auf Grund ihres Energiebildes wie unter einem gigantischen Mikroskop untersucht werden. Die Erkenntnisse, die diese Experimente liefern, werden von der Pharmaindustrie, Biomedizin oder Materialkunde benötigt.

Die 200 Millionen Euro teure Anlage ist das Herzstück des Wissenschafts- und Technologieparks Parc de l’Alba, der gemeinsam mit dem High-Tech-Viertel 22@ in Poblenou und dem Logistik-Park DeltaBCN in der Nähe des Flughafens Prat del Llobregat das „Wirtschaftsdreieck Barcelona“ bildet.

Neben dem Synchrotron und den damit verbundenen Forschungseinrichtungen haben sich auf dem 340 Hektar großen Areal in Cerdanyola del Vallès vor allem universitäre Institutionen angesiedelt. Im multidisziplinären Research Parc der Universidad Autónoma de Barcelona sollen 4 000 Wissenschaftler aus den Bereichen Bio-Medizin und -Technologie, Material- und Energieforschung, Informations- und Kommunikationstechnologie leben und arbeiten. Die Business School ESADE will in ihrer „Creapolis“ Raum für neue Geschäftsideen schaffen. Im Parc Taulí wird zu neuen medizinischen Anwendungen geforscht werden. Auf Unternehmerseite war die Sparkasse La Caixa die erste, die mit dem Bau zweier Technologiezentren begann. Die Gesamtinvestitionen auf dem Areal belaufen sich auf 1,5 Milliarden Euro.

Als energiepolitisch zukunftsweisendes Vorhaben wird der Parc de l’Alba vom Polycity-Projekt der EU gefördert: Das Verwaltungsgebäude des Synchrotrons und ein Wohnhaus gelten als mustergültig in Sachen Energieeffizienz. Über Vergasung von Biomasse und Solarenergie liefern zwei Kraftwerke „sauberen Strom“. Zusätzlich spart eine Anlage, die Elektrizität, Wärme und Kälte zugleich produziert, 35 Prozent an Energie und CO2-Emissionen ein. Die gesetzlichen Bestimmungen sehen für Wohnhäuser und Technologieeinrichtungen im Park eine Trinkwasserersparnis zwischen 50 und 65 Prozent vor.

Die Kosten des Teilchenbeschleunigers ALBA übernahm zur Hälfte die Generalitat de Catalunya und zur Hälfte das staatliche Forschungs- und Wissenschaftsministerium. Im Konsortium, das den Technologie- und Wissenschaftspark trägt und verwaltet, sitzen Vertreter der Generalitat und der Gemeindeverwaltung von Cerdanyola del Vallès. Um die wissenschaftliche und technologische Relevanz der dort entstehenden Einrichtungen zu garantieren, werden 80 Prozent der Grundstücke direkt von der Generalitat vergeben.

Allerdings dürften Aktionen wie die Volksbefragung am Sonntag zur Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien die Region für Investoren eher unattraktiv machen.

Mehr Info zu Wohnen und Arbeiten im Parc de l’Alba in Cerdanyola del Vallès unter www.parcdelalba.cat
Mehr Info zum „Wirtschaftsdreieck“ Barcelona unter www.barcelonaeconomictriangle.cat

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