HINTERGRUND: Tourismuseinbruch trifft Katalonien hart

06.04.2009 - Julia Macher 

Der spanienweite Tourismusrückgang trifft Katalonien besonders hart (http://www.barcelonafuerdeutsche.com/?seccion=home&newsid=721). Zwar lockt die autonome Region immer noch am meisten Touristen an; 22,7 Prozent der ausländischen Spanienbesucher kamen im vergangenen Jahr nach Katalonien. Aber der Nordosten Spaniens hat mit 6,1 Prozent auch den stärksten Rückgang zu verzeichnen (im Vergleich zum Gesamtrückgang von 5,4 Prozent), das sind eine Million weniger Gäste. Allein in Barcelona wurden im vergangenen Jahr sieben Prozent weniger Zimmer gebucht, für das laufende Jahr wird ein Rückgang in der gleichen Größenordnung erwartet.

Einen Teil der Schuld hat sich Barcelona selbst zuzuschreiben: Jahrelang wurde hier massiv an der Preisschraube gedreht; während wichtiger Messen konnte ein einfaches Doppelzimmer im Drei-Sterne-Hotel schon einmal 200 Euro kosten. Und langsam sehen auch die Entscheidungsträger ein, dass diese Entwicklung nicht nachhaltig sein konnte. Die Rückkehr der Modemesse Bread & Butter in ihre Heimatstadt Berlin und Gerüchte um einen möglichen Weggang oder ein Einschrumpfen des Automobilsalons haben Barcelona einen herben Schlag versetzt. Dass sei der Denkzettel, den die Stadt gebraucht habe, seufzten damals Hotelfachleute aus dem mittleren Management, selbst seit langem unzufrieden mit der Preispolitik ihrer Häuser.

Inzwischen hat das Gremi d’Hotels de Barcelona (http://www.barcelonahotels.org/) auf die Entwicklung reagiert. Mitte Februar stellte die Hotelier-Vereinigung „Barcelona“ vor, ein in Zusammenarbeit mit der Messe (http://www.firabcn.es ) und dem Convention Bureau (http://professional.barcelonaturisme.com/?go=jN7uAYLx/oIJaWVUDL4eU93ygJVYKOhYStvyIue7wQKgXZ8s2ettbM9jYatyvGJ4TX+xknsT840YBtfg1KXnKU8Usg==) entwickeltes Paket, dass die Logis-Kosten für Messeveranstalter senken und ihnen die Stadt so wieder attraktiv machen soll. Unter anderem werden den Veranstaltern für ihre VIP-Gäste und ihr Personal bis zu mehrere tausend Zimmer zu Nebensaisonpreisen garantiert. Zumindest bei der EIBTM scheint die neue Strategie Erfolg zu haben. Die auf Businessreisen und Veranstaltungsevents spezialisierte Messe gab kürzlich bekannt, bis 2013 in der Mittelmeermetropole bleiben zu wollen.

Neben einer Förderung des Messewesens setzt die Stadt vor allem auf „First Class“-Touristen aus Russland, China und den USA und will sich für sie als die europäische Anlegestelle für Luxus-Kreuzschiffe etablieren. Daneben wirbt Barcelona - jetzt, wo sich die britische Klientel rar macht - um Besucher aus Holland und Deutschland. 21 Millionen Euro investiert die Generalitat in diesem Jahr in die Tourismusförderung.

Unter anderem soll für die Costa Brava gezielt getrommelt werden. Bisher bewies man dabei allerdings kein geschicktes Händchen. Das Fremdenverkehrsamt der Costa Brava machte Anfang Februar Schlagzeilen mit der Fotografie eines weißen Traumstrandes vor türkisblauem Meer. Das Bild, das in einem Prospekt die Region bewarb, zeigte jedoch keinesfalls eine Aufnahme aus Katalonien - sondern einen Strand auf den Bahamas. Von der eigenen Küste waren keine schönen Bilder zur Hand, sie ist zu verbaut.

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