Sauberes Barcelona

15.08.2011 - Yvonne Trappe 

Ich erinnere mich noch als ich vor einigen Jahren nach Barcelona kam und mit meinen
damaligen Mitbewohnern ein paar Flaschen Estrella Bier getrunken hatte. Gut, Bier trinken war jetzt nicht so ungewöhnlich und ich müsste mich sicher auch nicht mehr daran erinnern, wenn wir danach beim aufräumen die Flaschen nicht einfach alle in den Hausmüll geschmissen hätten. Für mich, die in Deutschland doch jeden Marmeladenglasdeckel recycelt hat, war das irgendwie fast wie eine Todsünde. Und Flaschenpfand? Na hier nicht dran zu denken. Es kostete mich also schon große Überwindung den Schritt zurück zu gehen und da mitzumachen, was für alle hier eine Selbstverständlichkeit zu sein schien: Den gesamten Hausmüll in nur einen Sack reinzupacken.

Inzwischen hat sich aber zum Glück einiges geändert. Die Stadt hat sich viel Mühe gegeben den grünen Punkt einzuführen. Dafür gibt es jetzt überall neben dem Hausmüll auch Plastik-, Papier und auch Flaschencontainer. Und sogar eine Bioabfalltonne gibt es, deren Nutzung aber augenscheinlich nicht artgerecht ist. Und das obwohl es große Werbekampagnen und Aufklärungs-Aktionen zum Thema Müllentsorgung gab. Was viele auch noch nicht zu wissen scheinen ist, dass es in der ganzen Stadt grüne Punkt Stationen gibt, in denen man seinen Müll von der CD bis zur Altkleidersammlung trennen kann. Hier Dein grüner Punkt.

Gut, die Spanier sind eben noch im Lernprozess. Ich jedenfalls konnte endlich zu meinen alten Gewohnheiten zurückkehren und meine Flaschen in einen extra dafür vorgesehenen Container werfen, wenn auch nicht, wie in Deutschland, nach Farben sortiert. Aber ich erinnerte mich noch, dass man in Deutschland zur Vermeidung von Lärmbelästigung die Flaschen nicht nach 22h entsorgen darf. Allzu spät wollte ich daher auch hier nicht die Flaschen wegschmeißen. Als ich dann aber nachts in meinem Bett lag und wach wurde, weil die Müllentsorgung 1h die Container leerte, musste ich nur lachen. Ich zog die Bettdecke über meinen Kopf und dachte mir: Ach ja, das ist Spanien!
Nicht zu vergessen ist natürlich auch der nachtaktive Straßenkehrdienst, bei dem auch nicht an Wasser gespart wird. Um die Straßen abzukühlen und sauber zu machen werden sie jede Nacht naß gespritzt. Doch diesen Service weiß ich sehr zu schätzen. Wie könnte sonst eine so eng besiedelte und touristisch begehrte Stadt sauber bleiben? Moltes gracies BCNeta!


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